Die Hundetherapie (Kaniestherapie) ist bereits lange als wirksamer Ansatz für die psychische und physische Rehabilitation anerkannt. Allerdings stellt ihre Anwendung in Berggebieten einen besonderen wissenschaftlichen Interessenfall dar, der die therapeutische Potenzial der Tiere mit dem einzigartigen Einfluss der Hochgebirgsumgebung kombiniert. Studien zeigen, dass die Kombination dieser Faktoren einen synergetischen Effekt erzeugen kann, der die Ergebnisse der traditionellen Kaniestherapie übertrifft.
Unter mittlerer Höhenlage (1500-2500 Meter) aktiviert der menschliche Körper Anpassungsmechanismen: Die Produktion von Erythropoetin steigt, die Sauerstoffversorgung der Gewebe verbessert sich, der Spiegel der Endorphine steigt leicht an. Die addition der Interaktion mit Hunden verstärkt diese positiven physiologischen Veränderungen.
Interessanter Fakt: Eine Studie, die 2021 in den Schweizer Alpen durchgeführt wurde, zeigte, dass der Spiegel des Kortisols ("Stresshormons") bei den Teilnehmern der Berg hundetherapie um 18% stärker gesunken war und der Spiegel des Oxytocins ("Glaubenshormons") um 22% gestiegen war im Vergleich zur Kontrollgruppe, die in städtischen Bedingungen Kaniestherapie durchführte.
Hunde in den Bergen zeigen ein verändertes Verhalten – sie werden aufmerksamer auf den Zustand des Menschen, ihr Schutzinstinkt wird verstärkt. Dieses Phänomen, beschrieben vom Kynologen Marc Beckoff, ist besonders ausgeprägt bei Rassen, die historisch mit der Berglandschaft verbunden sind: Berner Sennenhunde, Pyrenäenberghunde, Sennenhunde.
Der Berglandschaft schafft eine "heilende Umgebung", die das geistige Ermüden reduziert und die Konzentration fördert. In Kombination mit der Präsenz des Hundes wird dieser Effekt verstärkt, was besonders nützlich für Menschen mit posttraumatischem Stresssyndrom (PTSD) und Angstzuständen ist.
Beispiel: Im Rahmen der Rehabilitation von Militärangehörigen in den Karpaten wurden Patienten mit PTSD Wanderungen mit Hunden angeboten. Nach 12 Sitzungen wurde bei 76% der Teilnehmer ein erheblicher Rückgang der Symptome von Angst und Hyperaktivität beobachtet – ein Ergebnis, das um 25% besser war als in standardisierten Programmen mit Hundetherapie.
Hunde in den Bergen treten oft in der Rolle von "sozialen Katalysatoren" auf, was die Kommunikation zwischen den Teilnehmern der Gruppe erleichtert. Dies ist besonders wertvoll für Kinder mit autistischen Störungen. Auf einer Höhe von 2000 Metern in Tirol (Österreich) finden einzigartige Sitzungen statt, bei denen Kinder lernen, nonverbale Signale von Hunden zu interpretieren, was ihnen dann im menschlichen Miteinander hilft.
Trekking mit Begleithunden – dosierte Aufstiege mit Hunden, bei denen das Tier nicht nur begleitet, sondern auch motiviert, psychologische Barrieren zu überwinden.
Alpine soziale Anpassungslager – Programme für Jugendliche mit deviantem Verhalten, bei denen die Pflege von Hunden in einem Bergquartier Verantwortung und Empathie fördert.
Sensorische Wanderungen – Routen, bei denen therapeutische Hunde Menschen mit Behinderungen helfen, die Berglandschaft über taktilen, akustischen und olfaktorischen Eindrücken zu erleben.
Interessanter Fakt: In den Pyrenäen wurde eine einzigartige Methode zur Rehabilitation nach Schlaganfällen entwickelt: Patienten führen Übungen zur Balance mit Unterstützung speziell ausgebildeter großer Hunde durch. Der unebene Bergboden schafft zusätzliche moderate Belastungen, und der Hund bietet psychologische und physische Unterstützung.
Studien mit der funktionalen MRT zeigen, dass bei der Interaktion mit Hunden in Berggebieten eine erhöhte Aktivität in der präfrontalen Kortex und der Parietallinie beobachtet wird – Regionen, die mit emotionaler Regulierung und Empathie verbunden sind. Es wird auch ein verstärkter Alpha-Rhythmus festgestellt, was ein Zustand der entspannten Wachheit widerspiegelt.
Physiologische Messungen zeigen:
Stabilisierung des Herzschlags (Verringerung der Variabilität um 15-20% im Vergleich zu ebenerdigen Bedingungen)
Senkung des Blutdrucks bei Patienten mit leichter Hypertonie
Spezielle Vorbereitung von Therapiehunden für die Berge
Therapiehunde für die Bergtherapie werden einem besonderen Auswahl- und Schulungsprozess unterzogen. Neben den standardisierten Fähigkeiten der Kaniestherapie erlernen sie:
Fortbewegung auf komplexem Gelände mit Menschenunterstützung
Erkennung von Symptomen der Bergkrankheit beim Menschen
Spezifische Arbeitsbedingungen in wechselnden Wetterbedingungen
Am erfolgreichsten in dieser Arbeit sind nicht nur traditionelle "Berg" Rassen, sondern auch Mischlinge, die Beständigkeit, Anpassungsfähigkeit und ein hohes Maß an Empathie zeigen.
Ein wichtiger Aspekt bleibt das Wohlbefinden der Therapiehunde selbst. In Bergprogrammen sind obligatorisch:
Graduelle Akklimatisierung der Tiere an die Höhe
Regelmäßige Tierärztliche Untersuchungen mit dem Schwerpunkt auf dem Herz-Kreislauf-System
Dosierte Belastungen entsprechend den individuellen Eigenschaften des Hundes
Beispiel: Im Programm "Alpen ohne Barrieren" (Italien) hat jede Hund ein individuelles Passwort mit den zulässigen Höhenregimen und den optimalen Temperaturbedingungen für die Arbeit.
Die Hundetherapie in Berggebieten ist ein vielversprechendes interdisziplinäres Feld, das Wissen aus Veterinärmedizin, Psychologie, Sportmedizin und Rehabilitation vereint. Wissenschaftliche Daten bestätigen, dass die Synergie zwischen Kaniestherapie und Bergumgebung einzigartige Bedingungen für die physische und psychische Rehabilitation schafft.
Mit der Entwicklung der Forschung in diesem Bereich entstehen Möglichkeiten zur Schaffung personalisierter Programme, die nicht nur den Diagnose des Patienten, sondern auch seine individuelle Reaktion auf die Höhe sowie die optimalen rassen- und individuellen Merkmale des Therapiehundes berücksichtigen. Die Berg hundetherapie öffnet neue Horizonte in der Rehabilitation Medizin, bietet einen effektiven, natürlichen und emotional reichen Weg zur Wiederherstellung der Gesundheit und zur Verbesserung der Lebensqualität.
New publications: |
Popular with readers: |
News from other countries: |
![]() |
Editorial Contacts |
About · News · For Advertisers |
Digital Library of Kazakhstan ® All rights reserved.
2017-2026, BIBLIO.KZ is a part of Libmonster, international library network (open map) Keeping the heritage of Kazakhstan |
US-Great Britain
Sweden
Serbia
Russia
Belarus
Ukraine
Kazakhstan
Moldova
Tajikistan
Estonia
Russia-2
Belarus-2