Schnelle Änderungen im Klimabereich und in den Zeitzonen (Jetlag) sowie extreme Temperaturunterschiede zwischen den Jahreszeiten stellen eine massive Belastung für alle Regulationsysteme des Körpers dar. Dies ist nicht einfach nur "Akklimatization", sondern eine komplexe Neustrukturierung der zirkadianen Rhythmen, der Thermoregulation, des vegetativen Tonus und des Immunresponses. Die Folgen dieses Übergangs unterscheiden sich prinzipiell für Kinder, Erwachsene und ältere Menschen aufgrund der altersspezifischen physiologischen Merkmale und des Anpassungspotenzials.
Der Körper wird mit einem dreifachen Schlag konfrontiert:
Desorientierung der zirkadianen Rhythmen. Störung der "inneren Uhren", lokalisiert im suprachiasmatischen Nucleus des Hypothalamus. Die Produktion von Melatonin (Schlughormon), Cortisol (Stress- und Wachhormon) und Verdauungsenzymen wird gestört. Das Körper bleibt im Wintermodus leben, wenn draußen "Sommer" ist, und umgekehrt.
Extremer thermoregulatorischer Schock. Eine dringende Neukonfiguration des Wärmeaustauschsystems ist erforderlich: Von der Arbeit unter Kältestress mit maximaler Wärmespeicherung in den Modus der Kühlung durch Schweißabsonderung und Erweiterung der peripheren Gefäße, was eine Belastung für das Herz-Kreislauf-System darstellt.
Immunologische Provokation. Eine plötzliche Änderung der Umgebung (neue Allergene, Pathogene, Temperatur) senkt vorübergehend die Effizienz des Immunresponses und erhöht das Risiko von Atem- und Darminfektionen ("Reisdiarrhöe").
Der kindliche Körper besitzt eine hohe Plasticität, aber seine Regulationsysteme sind noch unreif.
Folgen: Die Störungen treten stark und schnell auf: Schlafstörungen (das Kind verwechselt Tag und Nacht), Kränklichkeit, Störungen des Appetits und der Verdauung, mögliche Fieber auf dem Hintergrund von Stress. Besonders gefährlich für Babys ist das Risiko eines Hitzschlag bei dem Flug "in den Sommer", da ihr Thermoregulationssystem noch unvollkommen ist und Dehydrierung schneller eintritt.
Kritischer Fakt: Studien zeigen, dass bei Kindern unter 3 Jahren die Wechsel von mehr als 2-3 Zeitzonen erheblich stärkere und längere Störungen der zirkadianen Rhythmen verursacht als bei Erwachsenen. Ihre inneren " Uhren " synchronisieren sich langsamer.
Beispiel: Ein Kind, das aus −20°C in +30°C geflogen ist, kann am ersten Tag Müdigkeit und den Verzicht auf das Essen zeigen — dies ist nicht nur Ermüdung, sondern eine Desorientierung des Hypothalamus, der den Schlaf, den Appetit und die Thermoregulation kontrolliert.
Folgen: Klassische Symptome des Jetlags: Schlaflosigkeit oder Müdigkeit, verringerte kognitive Funktionen (Aufmerksamkeit, Gedächtnis), Reizbarkeit, Störungen der Funktion des Verdauungstrakts. Der Flug "in den Winter" verschlimmert oft chronische entzündliche Erkrankungen (Sinusitis, Zystitis), und der Flug "in den Sommer" kann Hypertoniekrise bei Personen mit instabilem Blutdruck durch das plötzliche Erweiterung der Gefäße und Dehydrierung verursachen.
Kritischer Fakt: Wissenschaftliche Daten deuten darauf hin, dass die Anpassung bei dem Flug nach Westen (Verlängerung des Tages) leichter verläuft als bei dem Flug nach Osten (Kürzung des Tages). Allerdings verschlechtert die Wechsel der Jahreszeiten diese Schema: Der Flug nach Osten "aus dem Sommer in den Winter" ist ein doppeltes Schlag.
Beispiel: Ein Athlet oder ein Geschäftsmann, der diesen Flug gemacht hat, kann seine Ausdauer, Genauigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit für 3-5 Tage erheblich verringern, was durch objektive Tests bestätigt wird. Dies ist auf einen Ausfall in der Produktion von Cortisol und eine Störung der neuro-muskulären Koordination zurückzuführen.
Folgen: Die Risiken sind nicht nur unangenehm, sondern auch gesundheitsgefährdend. Eine hohe Wahrscheinlichkeit:
Decompensation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Hypertoniekrise, Angina pectoris, Arrhythmie) aufgrund der Belastung der Gefäße und der Veränderung der rheologischen Eigenschaften des Blutes.
Obstruktion der chronischen zerebrovaskulären Insuffizienz mit verstärktem Schwindel, Ohrensausen, Risiko von transienten ischämischen Anfällen.
Deutliche Störung des Schlafes und der kognitiven Funktionen, die wochenlang wiederhergestellt werden können.
Erhebliche Verschlechterung der Arthrose und der Osteochondrose bei dem Flug in den kalten feuchten Klima.
Kritischer Fakt: Studien in der Chronogerontologie zeigen, dass die körpereigene Produktion von Melatonin bei älteren Menschen verringert ist und ihre Rezeptoren weniger empfindlich sind. Daher ist die natürliche Anpassung der zirkadianen Rhythmen nach dem Flug bei ihnen prinzipiell gestört und oft eine medikamentöse Korrektur erforderlich.
Beispiel: Ein älterer Mensch mit beginnenden Anzeichen der Atherosklerose, der aus der kalten Winter in das tropische Sommer geflogen ist, riskiert einen plötzlichen Krampf oder eine pathologische Expansion der Gefäße des Gehirns aufgrund von Dehydrierung und Druckunterschieden, was einen Schlaganfall verursachen kann.
Vorbereitung (2-3 Tage vor dem Abflug): Das Schlaf- und Essenszeit schrittweise in Richtung des neuen Zeitzonen zu verschieben. Beginnen Sie einen Kurs von Adaptogenen (nach ärztlicher Verordnung), zum Beispiel Melatonin in kleinen Dosen.
Während des Fluges: Hydration — die Grundlage der Grundlagen. Verzicht auf Alkohol und Koffein. Verwenden Sie Kompressionsstrümpfe zur Prävention von venösem Stau. Leichte Gymnastik alle 1,5-2 Stunden.
Für alle: Sofortige Synchronisation mit der lokalen Zeit (wenn Sie am Morgen angekommen sind, nicht zu schlafen, sondern ins Licht zu gehen, wenn Sie am Abend angekommen sind, sich Melatonin zu helfen).
Für Kinder: Schonender Regime, reichlich trinken, leichte Lebensmittel. Nicht aktive Vergnügungen in den ersten 2-3 Tagen planen.
Für ältere Menschen: Pflichtkontrolle des Blutdrucks und des Pulses. Verzögerte Aufnahme jeder Aktivität (Exkursionen für 3-4 Tage verschieben). Beratung mit dem behandelnden Arzt über mögliche Korrekturen der Therapie (z.B. vorübergehende Erhöhung der Dosierung von Antihypertensiva).
Der Flug durch mehrere Jahreszeiten ist eine ernsthafte physiologische Herausforderung, deren Umfang direkt vom Alter abhängt. Für das junge Organismus ist dies häufig nur vorübergehender Unbehagen, aber für das ältere — eine reale Gesundheitsgefahr, vergleichbar mit einer schweren Stressbelastung. Eine bewusste Planung einer solchen Reise unter Berücksichtigung der altersspezifischen Risiken, ausreichendem Zeitvorrat für die Anpassung und, bei Bedarf, Beratung mit einem Arzt-Geriater (für ältere Menschen) oder Pädiater (für Kinder) — der einzige Weg, die scharfe Änderung von Winter und Sommer aus potenziell gefährlichen Ereignis in ein steuerbares Abenteuer zu verwandeln.
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