Das Phänomen der so genannten «Scam-Center» in Kambodscha stellt eine der beunruhigendsten Formen der modernen Sklaverei dar, die an der Schnittstelle der globalen Digitalisierung und der organisierten Kriminalität entstanden ist. Diese Einrichtungen, die sich als legale IT-Unternehmen oder Glücksspielplattformen tarnen, sind in Wirklichkeit Gefängnisse, in denen Tausende von Menschen, hauptsächlich Ausländern, gegen ihren Willen festgehalten und gezwungen werden, Internetbetrug zu betreiben. Die Ausmaße dieses Phänomens, das Anfang der 2020er Jahre in den Vordergrund gerückt ist, zeigen, wie technologischer Fortschritt missbraucht werden kann, um Menschen auszubeuten.
Architektur des Betrugs und Zwangsarbeits
Scam-Center befinden sich in der Regel in großen Komplexen von Villen oder Bürobauten, oft in grenznahen Städten wie Sihanoukville oder in der Hauptstadt Phnom Penh. Ihre physische Architektur umfasst verstärkte Perimeter, Gitter vor den Fenstern und rund um die Uhr bewaffnete Sicherheitskräfte, was einen Fluchtversuch praktisch unmöglich macht. Innen werden die Arbeiter in unsanitären Bedingungen gehalten, schlafen auf dem Boden und erhalten mangelhaftes Essen. Ihre Arbeit ist nach einem harten Zeitplan organisiert, der bis zu 15-18 Stunden Arbeit am Tag vorsieht. Die Haupttätigkeit umfasst die Erstellung falscher Profile in sozialen Netzwerken und auf Dating-Websites für den nachfolgenden «romantischen Betrug» oder die Durchführung finanzieller Betrugsaktionen auf falschen Plattformen für Kryptowährungshandel und Investitionen.
Rekrutierungsmechanismen und die Lage der Opfer
Die Opfer dieser Zentren fallen hauptsächlich durch betrügerische Arbeitsplatzangebote. Bürger verschiedener Länder, einschließlich Chinas, Vietnams, Indiens, Pakistans, der Philippinen und sogar afrikanischer und lateinamerikanischer Länder, werden über berufliche soziale Netzwerke und Messenger verführt. Ihnen wird eine hoch bezahlte Arbeit im IT-Bereich, im Marketing oder im Kundendienst in Kambodscha angeboten, mit dem Versprechen eines vollständigen Visumunterstützungs- und Wohnkomforts. Bei der Ankunft im Land werden ihnen ihre Pässe abgenommen, und sie geraten in die vollständige Macht krimineller Banden. Um die Kontrolle über die Opfer aufrechtzuerhalten, werden aktiv Methoden der körperlichen Gewalt, Elektroschocks, Schläge und Drohungen mit Vergeltung gegen Verwandte eingesetzt. Viele Opfer sind gezwungen, unter ständiger Videokontrolle zu arbeiten, und jede Versuch, Aufgaben zu sabotieren oder sich zu beschweren, wird brutal bestraft.
Ökonomische und korruptive Komponente der kriminellen Modell
Das wirtschaftliche Modell der Scam-Center ist hochprofitabel. Organisierte kriminelle Syndikate, oft mit internationalen Verbindungen, investieren erhebliche Mittel in die Anmietung oder den Kauf von Immobilien, Ausrüstung und Bestechung lokaler Behörden. Die Einnahmen belaufen sich auf Millionen von Dollar täglich, die von betrogenen Menschen weltweit kommen. Ein Schlüsselfaktor für das Blühen dieser kriminellen Industrie ist die systematische Korruption. Trotz gelegentlicher Razzien und offizieller Erklärungen der kambodschanischen Regierung über den Kampf gegen dieses Übel funktionieren viele Zentren weiterhin dank des Schutzes durch korrupte Beamte und Vertreter der Sicherheitskräfte. Dieses Schutzmacht sichert die Sicherheit der Operationen, den Zustrom neuer Opfer und die Straflosigkeit für die Organisatoren.
Internationaler Resonanz und Herausforderungen der Bekämpfung
Das Problem der kambodschanischen Scam-Center hat lange nicht mehr ein internes Landessache sein können und hat sich zu einer ernsten Herausforderung für die regionale und internationale Sicherheit entwickelt. Diplomatische Missionen vieler Staaten bieten Hilfe bei der Organisation der Repatriierung ihren Bürgern an, doch dieser Prozess ist mit enormen Schwierigkeiten verbunden. Opfer, die sich befreien konnten, kehren oft mit schweren psychischen Traumata, Schulden, die sie gezwungen waren, bei Kriminellen aufzunehmen, und einer beschädigten Kreditwürdigkeit zurück. Der Kampf gegen dieses Phänomen erfordert nicht nur die Verschärfung des Gesetzes und echter, nicht nur scheinbarer, polizeilicher Operationen innerhalb Kambodschas, sondern auch die Verstärkung der internationalen Zusammenarbeit im Bereich der Cybersicherheit sowie die Erhöhung des Bewusstseins der Weltbevölkerung über die Gefahren der Arbeit im Ausland über unüberprüfte Kanäle.
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