Die spanische und die englische Sprache, obwohl sie aus dem lateinischen Ursprung stammen, zeigen prinzipielle Unterschiede in der Struktur, Phonetik und den orthografischen Prinzipien. Diese Unterschiede sind auf das einzigartige historische Entwicklung jeder Sprache zurückzuführen, was zur Bildung zweier verschiedener Schreibsysteme geführt hat. Ein vergleichender Analyse dieser Systeme ermöglicht ein tieferes Verständnis ihrer Natur und erklärt viele Schwierigkeiten, die bei ihrem Studium auftreten.
Der moderne spanische Alphabet besteht aus 27 Buchstaben, während der englische sich auf 26 beschränkt. Ein wesentlicher Unterschied ist die Existenz des Buchstaben «Ñ» (eñe) im spanischen Sprachgebrauch, der historisch aus der doppelten «nn» in lateinischen Wörtern entwickelt wurde und heute ein unverzichtbares Symbol der spanischen sprachlichen Identität ist. Es ist bemerkenswert, dass der spanische Alphabet bis zur Reform von 2010 offiziell die Digraphen «Ch» und «Ll» als selbstständige Buchstaben enthalten hat, was ihre phonetische Einzigartigkeit betont. Der englische Alphabet hat im Gegensatz dazu keine zusätzlichen Buchstaben, nutzt aber aktiv Digraphen wie «th», «sh» und «ch», die jedoch nicht als separate Elemente des Alphabets betrachtet werden.
Das bedeutendste Unterschied liegt im Prinzip des Verhältnisses zwischen Schreibung und Klang. Der spanische Alphabet zeichnet sich durch eine hohe Phonetizität aus: jede Buchstabe entspricht, mit wenigen Ausnahmen, einem stabilen Klang. Dies gewährleistet die Vorhersagbarkeit der Aussprache auf der Grundlage der Schreibung. Ein auffälliges Beispiel ist der Buchstabe «V», der im spanischen als Frikativ [β] ausgesprochen wird, der sich in den meisten Positionen praktisch nicht vom «B» unterscheidet. Im englischen Sprachgebrauch dominiert der historische Prinzip der Orthografie, bei dem die Schreibung des Wortes oft sein altes Klangbild widerspiegelt. Eine und dieselbe Buchstabe kann viele Klänge übertragen, wie im Fall von «A» in den Wörtern «f*a*te», «c*a*t» und «f*a*ther», und Kombinationen von Buchstaben bilden völlig unvorhersehbare akustische Komplexe.
Die spanische Schriftsprache nutzt diakritische Zeichen aktiv zur Durchführung von semantischen und phonetischen Funktionen. Der Akut (Akzent) weist auf das Silbenausmaß hin, das die allgemeinen Regeln verletzt, oder unterscheidet Homonyme, wie im Paar «sí» (ja) und «si» (wenn). Der Dieresis wird in seltenen Fällen verwendet, zum Beispiel im Wort «lingüística», um das Ausmaß der Buchstabe «U» anzuzeigen. Im englischen Sprachgebrauch sind diakritische Zeichen praktisch nicht in den ursprünglichen Wörtern vorhanden, sondern nur in Lehnwörtern. Prinzipiell unterscheidet sich auch der Ansatz zu den «stummen» Buchstaben. Im spanischen Sprachgebrauch ist der Buchstabe «H» der Hauptstumm, der nie ausgesprochen wird, aber aus historischen Gründen geschrieben wird. Im englischen Sprachgebrauch ist die Anzahl der nicht ausgesprochenen Buchstaben erheblich höher; sie werden oft als etymologische Relikte erhalten, wie das «k» in «knife» oder das «gh» in «night».
Diese orthografischen Besonderheiten haben direkte Auswirkungen auf die Prozesse des Sprachenlernens. Die phonetische Klarheit des spanischen Alphabets ermöglicht es Anfängern, relativ schnell das Lesen und Schreiben zu erlernen, was zu seiner Popularität beiträgt. Die englische Orthografie, mit ihren vielen Ausnahmen und nicht offensichtlichen Leseregeln, erfordert erhebliche Anstrengungen für das Erlernen, wird jedoch durch die globale Dominanz des englischen Sprachgebrauchs ausgeglichen. Beide Alphabete, trotz ihrer Unterschiede, bewältigen erfolgreich die Aufgabe, das reiche kulturelle Erbe zu fixieren und die kommunikativen Bedürfnisse von Hunderten von Millionen Menschen weltweit zu erfüllen, bleiben dynamische Systeme, die in der digitalen Ära weiterentwickelt werden.
New publications: |
Popular with readers: |
News from other countries: |
![]() |
Editorial Contacts |
About · News · For Advertisers |
Digital Library of Kazakhstan ® All rights reserved.
2017-2026, BIBLIO.KZ is a part of Libmonster, international library network (open map) Keeping the heritage of Kazakhstan |
US-Great Britain
Sweden
Serbia
Russia
Belarus
Ukraine
Kazakhstan
Moldova
Tajikistan
Estonia
Russia-2
Belarus-2