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Wie und wann man Kindern das Geldverwenden beibringen sollte: ein wissenschaftlich fundierter Ansatz

Einführung: finanzielle Sozialisation als Prozess

Die Entwicklung finanzieller Kompetenz ist kein einzelner Unterricht, sondern ein langer Prozess der finanziellen Sozialisation, bei dem Kinder Einstellungen, Wissen und Verhaltensmodelle verinnerlichen, die mit Geld zu tun haben. Moderne Studien (J. Schott, S. Schim u. a.) zeigen, dass grundlegende ökonomische Begriffe und Gewohnheiten bereits im Vorschulalter beginnen zu bilden und bis zum siebten Lebensjahr relativ stabile Verhaltensmuster des Finanzverhaltens beim Kind entwickelt werden. Ein Verspätung in dieser Angelegenheit kann dazu führen, dass ein Vakuum mit zufälligen, oft ineffektiven oder sogar destruktiven Einstellungen aus der Umgebung und der Werbung gefüllt wird.

Altersstufen und «Zonen des nächsten Entwicklungs»

1. Vorschulalter (3-6 Jahre): Konzepte des Austauschs, der Wahl und der Verzögerung

Das Gehirn des Kindes ist in diesem Alter bereit, komplexe Abstraktionen durch konkrete Operationen über das Spiel und alltägliche Situationen zu erlernen.

Was zu fördern ist: Das Verständnis, dass Geld ein Austauschinstrument für Waren ist und nicht magische Papierstücke aus der Geldbörse der Eltern. Das Konzept «jetzt ausgeben» vs. «warten». Einfache Kategorien: «billig/teuer», «unser/fremd».

Wie: Durch Rollenspiele («Laden», «Kaffeehaus») mit Spielgeld. Das Konzept des Austauschs kann ohne Geld trainiert werden, indem man Spielzeuge tauscht. Zeige im realen Geschäft, dass du Geld für den Artikel ausgibst. Gib nicht nur Geschenke, sondern auch kleine Beträge in eine Kiste für ein konkretes, verständliches und gewünschtes Ziel (Auto, Puppe).

Wissenschaftlicher Fakt: Der berühmte «Zефir-Test» von Walter Mischel (Experiment zur Verzögerung der Belohnung) hat gezeigt, dass die Fähigkeit zur Selbstdisziplin und zum Warten, die sich in diesem Alter bildet, mit zukünftigen finanziellen und akademischen Erfolgen korreliert. Die Fähigkeit zu warten ist die Grundlage für zukünftige Ersparnisse.

2. Grundschulalter (7-10 Jahre): erste Taschengeld und Budget

Das Kind beginnt, mit Zahlen umzugehen, versteht die Zeit und hat erste regelmäßige (nicht mit dem Elternkoffer verbundenen) Bedürfnisse.

Was zu fördern ist: Das Konzept des regelmäßigen Einkommens (Taschengeld) und einfaches Planen. Die Fähigkeit, Wünsche mit Ressourcen zu vergleichen. Verantwortung für die eigenen kleinen Ausgaben.

Wie: Einführung eines festen Taschengeldes (wöchentlich), das nicht an die Bewertungen und das Verhalten der Eltern gebunden ist. Dies ist ein Gehalt «für den Status eines Familienmitglieds». Ihr Ziel ist es, das Management des Betrags zu lernen. Helfen, das Geld in drei Teile zu teilen: «Verwenden» (sogleichige Freude), «Sparen» (mittelfristiges Ziel), «Geben/Geben» (Caritas, Geschenk an nahe Menschen). Auf das Konto einzahlen, ein Sparbuch für seinen Namen eröffnen, zeigen, wie die Zinsen wachsen.

Beispiel: Das Kind möchte ein teures Spielzeug. Stattdessen bieten Sie an, einen Plan zu erstellen: Wie viel des wöchentlichen Taschengeldes es bereit ist, anzusparen, wie viele Wochen es dauern wird. Zeichne einen Zeitplan oder mache eine «Visuellisierungstafel». Dies entwickelt das Planen und macht den Kauf wirklich begehrenswert und wertvoll.

3. Jugendalter (11-16 Jahre): komplexes Planen, Einkommen und Risikoabschätzung

Die Bereiche des Gehirns, die für das langfristige Planen und die Bewertung der Konsequenzen verantwortlich sind, werden aktiviert, aber gleichzeitig toben Emotionen und die Auswirkung der Altersgenossen zunehmend.

Was zu fördern ist: Die Fähigkeit, einen Budgetplan für eine längere Zeitspanne zu erstellen. Das Verständnis der Unterschiede zwischen Bedarf und Wunsch. Grundlagen der finanziellen Sicherheit (Kredite, Mikrokredite, finanzielle Betrugsfälle). Der Wert des ersten Einkommens.

Wie: Übergang zum monatlichen «Finanzierung», Erhöhung des Betrags und der Ausgabenkategorien (Kleidung, Unterhaltung, Mobilkommunikation). Den Familienhaushalt in seiner Gegenwart zu diskutieren (auf einem verständlichen Niveau). Ermutigen, den ersten legalen Einkommen zu erzielen (help wanted, Freelancing für Jugendliche, Verkauf von Handgemachten). Reale Fälle zu diskutieren: Wie viel muss gearbeitet werden, um einen neuen Telefon zu kaufen? Was ist besser: Sparen oder Kreditaufnahme? Spiele spielen, die Ressourcenmanagement erfordern («Monopoly», «Cashflow»).

Wissenschaftlicher Fakt: Studien der University of California haben gezeigt, dass Jugendliche, die Erfahrung mit Nebenjobs (im vernünftigen Rahmen) hatten, im Erwachsenenalter ein verantwortungsvolleres finanzielles Verhalten zeigen. Der Schlüsselfaktor ist jedoch die Diskussion dieses Erlebnisses mit den Eltern, die dabei hilft, die richtigen Lektionen zu ziehen.

4. Höheres Jugendalter (16-18+): der Einstieg in das selbstständige Leben

Abstraktes Denken und das Verständnis der verzögerten Konsequenzen entwickeln sich.

Was zu fördern ist: Das vollständige Führen des persönlichen Budgets. Das Verständnis der grundlegenden finanziellen Produkte (Depots, Karten, Versicherungen, Investitionen). Ein kritischer Umgang mit Werbung und Finanzpyramiden.

Wie: Eröffnung der ersten Bankkarte mit einem begrenzten Limit. Mit den Prinzipien des Investierens auf vereinfachten Plattformen vertraut machen (Crowdfunding, Simulationen). Den Wahl des Colleges und der zukünftigen Berufswahl mit Bezug auf die finanziellen Perspektiven und die Rentabilität der Bildung zu diskutieren.

Wesentliche Prinzipien und Fehler, die vermieden werden sollten

Prinzipien:

Einheitlichkeit: Taschengeld sollte regelmäßig kommen, unabhängig vom Gemüt der Eltern.

Autonomie mit Unterstützung: Das Kind hat das Recht auf einen Fehler (alles für Bonbons auszugeben und ohne Geld für das Kino zu bleiben). Wichtig ist, nicht zu beschuldigen, sondern zu diskutieren, wie es in der Zukunft handeln wird.

Transparenz und Beteiligung: Über Geld ruhig zu sprechen, ohne Schrecken oder Angst. Die Diskussion des Plannings der Familienkäufe (Urlaub, große Technik) mit einbeziehen.

Verhalten modellieren: Kinder nehmen vor allem die Handlungen und nicht die Worte wahr. Ihre Beziehung zu Geld ist das wichtigste Lehrbuch.

Fehler:

Betrag für den Schulunterricht und Hilfe im Haushalt: Dies verwandelt die familiären Beziehungen in kommerzielle. Der Unterricht ist eine Pflicht und ein Beitrag in die eigene Zukunft, die Hilfe im Haushalt ist eine Pflicht als Familienmitglied.

Finanzielle Strafen/ Belohnungen für Emotionen und Verhalten: «Nicht weinen — ich kaufe Eis», «Du schreist — du bekommst kein Geld». Dies bildet eine gefährliche Verbindung zwischen Geld und emotionaler Regulierung.

Keine klaren Grenzen: Unendliche «zusätzliche» Gelder nach der ersten Bitte zerstören jedes Planen. Besser, über die Verteilung des bestehenden Budgets zu sprechen.

Interessanter Fakt: Forscher der University of Cambridge haben festgestellt, dass finanzielle Gewohnheiten der Kinder in der Regel bis zum siebten Lebensjahr geformt werden. Bis zu diesem Alter verstehen sie grundlegende finanzielle Konzepte wie das Verdienen von Geld, das Sparen und sogar das verzögerte Gratification (Zufriedenheit). Zum Beispiel denken viele Vorschüler, dass die Bankomatkarte eine magische Maschine ist, die einfach Geld nach Anfrage ausgibt. Ihre Aufgabe ist es, den Prozess zu zeigen.

Schluss: Investition in finanziellen Immunität

Die Entwicklung der Fähigkeiten zur Nutzung von Geld ist im Grunde die Erziehung eines finanziellen Immunitäts. Ziel ist nicht, einen Sparsamkeit oder einen Verwender zu erziehen, sondern finanzielle Resilienz zu entwickeln — die Fähigkeit, sicher, bewusst und flexibel mit seinen Ressourcen umzugehen, in verändernden Umständen. Ab dem Alter von drei Jahren durch das Spiel und allmählich die Verantwortung zu übertragen, geben wir dem Kind nicht Fisch und nicht eine Angel, sondern das Wissen, eine Mauer zu bauen, neue Seen zu finden und Dürren zu überstehen. Diese Fähigkeit wird einer der sichersten Grundpfeiler für sein zukünftiges selbstständige, erfolgreiche und belastbare Leben sein.


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