Der kulturelle Code von Cinderella, fixiert von Charles Perrault und den Brüdern Grimm, ist lange Zeit Gegenstand der Untersuchung von Volkskundlern, Psychologen und Kulturwissenschaftlern gewesen. Doch seine Verbindung zum Weihnachtsfestkomplex ist ein Bereich, der besondere Aufmerksamkeit verdient. Die Analyse dieses Archetypen durch das neue Jahr enthüllt tiefere Bedeutungen, die beiden kulturellen Konstruktionen gemeinsam sind: die Hoffnung auf eine wunderbare Verwandlung, der Glaube an Gerechtigkeit und die Symbolik des zeitlichen Übergangs.
Der Schlüsselbestandteil, der die Geschichte von Cinderella und das Fest des neuen Jahres verbindet, ist der magische Zeitpfeil – Mitternacht. In der Geschichte ist das der Moment des Ende des Fluches, der Rückkehr zum ursprünglichen, «unglücklichen» Zustand. In der Neujahrnacht – das ist die Grenze zwischen Alt und Neu, der Moment, in dem die besten Wünsche erfüllt werden. Beide Szenarien sind um den «Deadline» strukturiert: die Heldin muss den Ball verlassen, bevor die Uhr zwölf schlägt, so wie der Mensch versucht, die Angelegenheiten des abgelaufenen Jahres zu beenden, Bilanz zu ziehen. Dieser chronologische Limit schafft Spannung und konzentriert die Erzählung, sei es die individuelle Schicksalsfäden oder der kollektive Ritual.
Das neue Jahr ist ein Fest der totalen Verwandlung des Raumes (Schmückung des Baumes, des Hauses), der Äußeren (neue Kleidung) und symbolisch des Lebens. Cinderella ist seine ideale Personifikation. Ihr Weg von der verschmutzten Asche am Herd bis zum glänzenden Ballkleid ist eine direkte Metapher für das neue Jahr «abwerfen der alten Haut». Ein interessanter Fakt: In der Version von Perrault verwandelt die Fee-Küsterin nicht nur das Kleid und die Kutsche, sondern auch alltägliche Gegenstände (Kürbis, Mäuse, Echsen), was mit der Weihnachtsüberlieferung korreliert, das Fest und die Wunder aus den Handwerkzeugen zu schaffen, das Haus mit selbstgemachten Girlanden und Spielzeugen zu schmücken.
Psychologisch nutzen sowohl das Märchen als auch das Fest das universelle Verlangen nach einem «Sprung» in einen anderen sozialen und emotionalen Status. Unter dem Klingen der Kirchenglocken, wie unter der Magie der Fee, ist alles möglich: die Begegnung mit dem Prinzen, die Vergebung von Streitigkeiten, das Versprechen, das Leben mit einem sauberen Blatt zu beginnen.
Cinderella (engl. Cinderella, fr. Cendrillon) ist durch ihren Namen und ihren Beruf (sitzt in der Asche) mit dem Archetypus der «unverdient benachteiligten Unschuld» verbunden. Ihre moralische Reinheit wird durch ihre physische Reinheit betont – sie wäscht, schabt, poliert. Die Weihnachtsrituale sind auch voller der Idee der Reinigung: eine gründliche Reinigung des Hauses, das Streben, Rechnungen bis zum 31. Dezember zu begleichen, Konflikte zu beenden. Die Belohnung dafür (wie für Cinderella – der Ball und die Liebe des Prinzen) – das Fest, Geschenke und die Hoffnung auf einen glücklichen neuen Zyklus.
Der Film nutzt diese Verbindung aktiv. Ein klassisches Beispiel ist der Film «Zauberer aus Oz» (1982) nach der Erzählung der Brüder Strugatzki, wo die Handlung auf das neue Jahr angesetzt ist, und die Hauptfigur, die bescheidene Mitarbeiterin des Instituts Nastja, durchläuft den typischen Weg von Cinderella: von der hässlichen «Kleiderlappen» bis zur schönen Unbekannten, die das Herz des «Prinzen» (Alya) erobert. Der Höhepunkt findet natürlich in der Neujahrnacht statt. Westliche Filme bieten solche Filme wie «Cinderella in New York» oder Episoden zahlreicher Weihnachtskomödien, wo der «schwarze Schwan» (oft – eine berufstätige Karrierefrau) bis zum Fest die Liebe und eine neue Identität gewinnt.
In einem breiteren Sinne kann das neue Jahr selbst als kollektives Märchen von Cinderella für die gesamte Gesellschaft betrachtet werden. Der abgelaufene Jahr mit seinen Schwierigkeiten, Krisen und Alltagsroutinen spielt die Rolle der «Stiefmutter und bösen Schwestern». Die magische Nacht mit ihrer Magie (Feuerwerk, Sekt, das Zaubern von Wünschen) – das ist ein magischer Ball, wo die sozialen Unterschiede für kurze Zeit verschwinden, jeder trägt seinen besten Anzug und glaubt an das Wunder. Der Beginn des neuen, «glücklichen» Jahres symbolisiert den Besuch des «Prinzen» – neuer Möglichkeiten und eines besseren Lebens, die noch zu finden sind (wie der Prinz die Besitzerin des kristallenen Schuhes suchte).
Auf diese Weise ist der Archetyp von Cinderella eine sinnvolle Matrix, auf die die Schlüsselexpectationen des neuen Jahres projiziert werden. Beide Narrativen basieren auf dem Glauben an die Möglichkeit eines plötzlichen, wunderbaren Wandels des Schicksals in einer Zeitpunktzusammenbruch. Sie bieten ein Modell, wo Güte, Geduld und innere Reinheit (oder harter Arbeit vor dem Fest) mit Zugang zu einer schönen, glänzenden Realität belohnt werden. Dies macht die Geschichte der Küchenküken zu einer der stärksten und tröstlichsten Metaphern für die wichtigste Nacht im Jahr, wenn, wie Cinderella, jeder eine Chance hat – zumindest bis zum ersten Morgen im Januar – sich als auf einem königlichen Ball zu fühlen.
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