Die Geschwindigkeit der Rotation der Planeten um ihre Achse, oder Sternennächte, ist eine fundamentale Eigenschaft, die ein erstaunliches Spektrum an Variationen in unserem Sonnensystem zeigt. Dieser Parameter ist nicht zufällig; er hängt von einer komplexen Verknüpfung von Faktoren ab, einschließlich der Geschichte der Planetenbildung, ihrer Masse, gravitativen Interaktionen und des physikalischen Zustands. Die Einteilung der Planeten nach der Rotationsgeschwindigkeit ermöglicht es, mehrere distincte Gruppen zu identifizieren, von den schnellen Gasriesen bis zu den langsamen, einseitig zur Sonne umkreisenden Zwergplaneten.
Gruppe der schnellen Giganten: Jupiter und Saturn
Die absoluten Rekordhalter bei der Rotationsgeschwindigkeit sind die Gasriesen. Trotz ihrer riesigen Größen zeigen sie die kürzesten Sternennächte. Jupiter, die größte Planetensystem, vollzieht einen Umdrehung um die Achse in nur 9 Stunden 55 Minuten. Seine ekvatoriale Zone dreht sich etwas schneller als die polaren Gebiete, was auf das differenzierende Drehen, das für Gasgiganten typisch ist, hindeutet. Diese hohe Geschwindigkeit führt zu mächtigen atmosphärischen Phänomenen wie der Bildung stabiler Bänder und des berühmten Großen Rots, eines gigantischen Sturms, der seit Jahrhunderten wütet. Saturn folgt ihm mit einer Umdrehungszeit von 10 Stunden 33 Minuten. Seine weniger dichte Struktur und seine berühmte Kringelsystem, bestehend aus Milliarden eisiger Teilchen, sind ebenfalls von dieser kolossalen Geschwindigkeit betroffen, die zur Bildung der einzigartigen hexagonalen Struktur am nördlichen Pol des Planeten beiträgt.
Eisige Giganten und Gesteinsplaneten: gemäßigte Rotation
Die nächste Gruppe bilden die eisigen Giganten und die Gesteinsplaneten, deren Sterennächte von einigen Stunden bis zu einem Erdtag dauern. Uranus und Neptun haben ähnliche Umdrehungszeiten von 17 Stunden 14 Minuten und 16 Stunden 6 Minuten respectively. Allerdings ist Uranus einzigartig durch seine Lage: seine Achse der Rotation ist fast 98 Grad zur Orbitalfläche geneigt, sodass er praktisch "liegend" dreht. Unter den Planeten der Erdegruppe sind Mars und unsere Erde am ähnlichsten in der Geschwindigkeit der Rotation. Marsische Sterennächte dauern 24 Stunden 37 Minuten, was sie "Solanen" genannt hat. Die Erde hat einen Umdrehungszeitraum von 23 Stunden 56 Minuten, der das Standard für unsere Zeitwahrnehmung setzt.
Langsame Rotationsbewegungen: Venus und Merkur
Besonders in dieser Einteilung stehen Venus und Merkur, die ein auffällig langsames Drehen zeigen. Venus ist ein echtes Phänomen: ihre Sternennächte dauern 243 Erdtage, was länger ist als ihr Venusjahr (225 Erdtage). Außerdem dreht sie sich im Gegensatz zu den anderen Planeten im umgekehrten Sinne, von Osten nach Westen. Dieser rückläufige Rotationscharakter ist wahrscheinlich das Ergebnis der starken beißenden Kräfte des Sonnen, kombiniert mit der dichten Atmosphäre und resonanten Interaktionen in der Vergangenheit. Merkur vollzieht einen Umdrehung in 58,6 Erdtagen. Allerdings befindet er sich in einem orbitalen Resonanzverhältnis von 3:2, das bedeutet, dass er in zwei Jahren (zwei Umdrehungen um die Sonne) drei Umdrehungen um die Achse vollzieht. Dies bedeutet, dass die Sonnenstage auf Merkur (die Zeit von einem Mittag bis zum nächsten) ganze 176 Erdtage dauern.
Faktoren, die die Geschwindigkeit der Rotation bestimmen
Der ursprüngliche Drehimpuls des Planeten wurde vom Protoplanetendisk, einem Gas- und Staubnebel, aus dem das Sonnensystem gebildet wurde, vererbt. Allerdings wurde die weitere Evolution des Umdrehungszeitraums durch mehrere Schlüsselprozesse bestimmt. Beißende Kräfte, insbesondere bei Planeten, die nahe einem massiven Körper wie der Sonne sind, spielen eine entscheidende Rolle. Sie wirken wie ein Bremsen, das das Drehen allmählich verlangsamt, was bei Merkur und Venus passiert ist. Kollisionen mit großen Planetesimalen in der Frühphase der Systembildung könnten den Winkel der Achse und die Geschwindigkeit der Rotation grundlegend verändert haben, was nach einer Hypothese das rückläufige Drehen von Venus und den Neigungswinkel von Uranus erklären könnte. Für Gasriesen, die keine feste Oberfläche haben, wird die Geschwindigkeit der Rotation durch die Geschwindigkeit des in den Tiefen generierten Magnetfelds bestimmt.
Somit enthüllt die Einteilung der Planeten nach der Rotationsgeschwindigkeit nicht eine statische, sondern eine dynamische Geschichte der Evolution jeder von ihnen. Vom schnellen Wirbel des Jupiter bis zum langsamen, fast stillgelegten Drehen der Venus — jeder Welt zeigt ein einzigartiges Zusammenspiel von physikalischen Bedingungen und kosmischen Ereignissen, die ihr derzeitigen Zustand und weiterhin auf sie einwirken.
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