Fußball ist ein Spiel für Millionen. Leider fließt die Leidenschaft manchmal in Gewalt, Prügeleien und Unruhen aus. Aber es gibt Länder, in denen die Fans beweisen, dass Fußball ein Fest sein kann, nicht ein Schlachtfeld. Ihre Unterstützung ist ein Kunstwerk, Respekt vor dem Gegner und Liebe zum Spiel, nicht Zerstörung. Wer sind die friedlichsten Fußballfans der Welt?
Die japanischen Fans sind weltweit bekannt. Nach den Spielen bleiben sie auf den Tribünen, um den Müll aufzuräumen. Das ist keine PR-Aktion, sondern ein Teil der Kultur. Bei der WM 2018 in Russland beeindruckten die Japaner alle: Nach der Niederlage gegen Belgien sammelten sie nicht nur ihre Taschen, sondern putzten auch in der Kabine und hinterließen eine Dankesnotiz auf Russisch. Ihre Gesänge sind organisiert, aber nicht aggressiv. Sie beleidigen die Gegner nicht, sondern applaudierten schönen Toren, auch in ihr eigenes Tor. Überdies kämpfen die japanischen Fans selten mit der Polizei oder Fans anderer Länder. Der Grund ist in der Erziehung, in der Respekt vor fremder Kultur und öffentliche Ordnung über alles geht. Selbst wenn die Nationalmannschaft ausscheidet, veranstalten sie keine Plünderungen, sondern danken der Mannschaft mit Tränen und Kniebeugen.
Das kleine Island wurde eine Fußball-Sensation bei der Euro 2016, aber nicht nur durch das Spiel. Ihre Fans gaben der Welt den «Wikinger-Ruf» — ein synchrones Klatschen und Ausatmen, das das Stadion mit urtümlicher Kraft erfüllt. Aber hinter dieser Kraft gibt es keine Gewalt. Isländische Fans sind in der Regel ganze Familien mit Kindern. Sie reisen zu Turnieren in friedlicher Absicht, oft in nationalen Hemden und mit Töchtern auf den Schultern. Ein Land mit einer Bevölkerung von etwas mehr als 300.000 Menschen kann sich keine Bande von Rowdies leisten. Ihre Unterstützung ist Einheit, nicht Schrecken. Selbst nach Niederlagen applaudierten sie der Mannschaft und den Gegnern, und Chaos auf den Tribünen ist ein seltenes Phänomen.
Neuseeländische Fans (All Whites im Fußball und All Blacks im Rugby) sind bekannt für ihre Freundlichkeit. Sie beteiligen sich selten an Skandalen, weil das Land weit von dem europäischen Fußballzentrum entfernt ist, und ihre Kultur der Maori begrüßt Gastfreundschaft. Bei der WM 2010 in Südafrika veranstalteten die Neuseeländer einen Auftritt mit dem Tanzen des Haka, aber ohne Aggression. Sie machten Fotos mit den Einheimischen, sangen Lieder und provozierten keine Prügeleien. Zu den Faktoren gehören die geringe Anzahl (sie reisen in Gruppen, in denen jeder jeden kennt), das Fehlen von Traditionen des Fußballhooliganismus (Fußball ist dort populär, aber nicht so, dass man kämpfen muss) und das hohe Lebensniveau.
Deutschland wird oft an die Schlachten englischer und niederländischer Fans in der Vergangenheit erinnert, aber moderne deutsche Fans sind ein Beispiel für Zivilisation. Sie haben die Kultur der «Kurvekultur» (Kultur der Fantribüne) mit Fahnen, Slogans und Liedern geschaffen, aber ohne Streitigkeiten. Sie nehmen Niederlagen stumm oder mit Applaus hin, und Siege feiern sie mit Freude, aber nicht mit Plünderungen. Der deutsche Fan-Club der Nationalmannschaft arbeitet mit der Polizei und der Federation zusammen, um Gewalt auszuschließen. Warum? Weil das Land nach dem Krieg Aggression neu definiert hat und in den 1980er Jahren das Land hart gegen Fußballhooliganismus kämpfte, eine «Fan-Management»-System geschaffen hat. Heute sind deutsche Fans bekannt für ihre Kritik am Rassismus und der Kommerzialisierung des Fußballs, aber sie tun dies friedlich — mit Plakaten und Flashmobs, nicht mit Prügeleien.
Skandinavier sind bekannt für ihre Ausgeglichenheit. Finnische Fans, bekannt als «Ultrastars», konzentrieren sich tatsächlich mehr auf visuelle Shows als auf Prügeleien. Schwedische Fans der Nationalmannschaft reisen in freundlichen Gruppen, schätzen den Fußball als Ästhetik. Sie haben ein hohes Vertrauen in die Polizei, und Aggression wird von der Gesellschaft verurteilt. Bei der Euro 2020 (2021) organisierten die schwedischen Fans gemeinsam mit den dänischen eine Aktion gegen Rassismus, nicht gegen Provokation.
Es gibt mehrere Gründe. Ein hohes Lebens- und Bildungslevel senkt die Aggression. Eine Kultur, in der das Aufraumen und das Nichtbehinderung anderer eine Norm ist. Das Fehlen von Traditionen der Fußballfirmen (organisierte Rowdygruppen). Starke Arbeit der Fanclubs und Polizei zur Prävention von Gewalt. Und vor allem — die Einstellung zum Fußball als zu einem Spektakel und nicht als zu einem Krieg. Leider gibt es in einigen Ländern (England der 80er Jahre, Italien, Türkei, Argentinien) immer noch oder waren Gewalttaten. Aber das Beispiel Japans, Islands, Neuseelands zeigt: Man kann leidenschaftlich sein, aber menschlich bleiben.
Friedliche Fans sind nicht leiser als aggressive. Sie schaffen eine Festatmosphäre, ziehen Familien und Kinder auf die Stadien, machen Fußball zugänglich und sicher. Ihr Geheimnis liegt im Respekt. Respekt vor dem Gegner, vor fremder Kultur, vor den Regeln. Vielleicht verstehen die Fans aller Länder eines Tages: Siege erfordern keine Zerstörung, und die Liebe zu seinem Verein erfordert keine Hass auf den anderen.
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