Afrika war immer ein Kontinent von Talenten. Aber lange Zeit blieb dieses Talent weltweit ungenutzt. Heute ändert sich die Situation vor unseren Augen. Fußball und Sport in Afrika erleben nicht nur einen Aufschwung, sondern werden zu einer globalen Kraft. Und das ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis systematischer Arbeit, Investitionen, neuer Trainer und natürlich des natürlichen Talents von Millionen von Jungen und Mädchen, die von Kairo bis nach Kapstadt auf schmutzigen Plätzen den Ball schießen.
Viele Jahre lang existierte der afrikanische Fußball im Schatten des europäischen. Die besten Spieler gingen nach Europa, und die heimischen Meisterschaften waren schwach und schlecht finanziert. Aber die Wurzeln waren tief. Afrikanische Nationalmannschaften begannen, sich ab den 1970er und 1980er Jahren zu profilieren, als Kamerun und Nigeria als Bedrohung für die Favoriten galten. Der eigentliche Durchbruch kam jedoch im 21. Jahrhundert, als der Kontinent verstand: Um konkurrenzfähig zu bleiben, reicht es nicht, Spieler zu exportieren, sondern auch die Infrastruktur zu Hause aufzubauen.
Heute ist Afrika nicht nur «Lieferant» von Talenten für europäische Clubs. Es ist ein selbstständiger Fußballzentrum. Die Ligen von Ägypten, Südafrika, Tunesien, Marokko, Algerien wachsen in Qualität. Lokale Clubs gewinnen immer häufiger afrikanische Turniere und spielen mit europäischen in den Weltmeisterschaften auf Augenhöhe. Das ist kein Zufall, sondern ein Trend.
Das hellste Beispiel für den Aufschwung war die Teilnahme der marokkanischen Nationalmannschaft bei der WM 2022 in Katar. Eine Mannschaft, die niemand ernst genommen hatte, erreichte das Halbfinale und besiegte auf dem Weg Spanien und Portugal. Das war nicht nur ein Erfolg einer einzigen Mannschaft, sondern ein Signal für ganz Afrika. «Die Atlaslöwen» haben gezeigt, dass afrikanischer Fußball mit den Besten auf Augenhöhe spielen kann, wenn er gut organisiert und diszipliniert ist. Und das ist keine Einzelaktion. Die Nationalmannschaften von Senegal, Nigeria, Kamerun, Ghana sind ebenfalls in der Lage, viel zu erreichen. 2026 werden wir wahrscheinlich einen noch stärkeren afrikanischen Aufmarsch bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko sehen.
Der Erfolg Marokkos ist nicht zufällig. Dahinter stehen Jahrzehnte von Investitionen in die Infrastruktur. In Marokko wurde beispielsweise die moderne Akademie Mohammed VI gebaut, die junge Spieler nach europäischen Standards ausbildet. Ähnliche Zentren entstehen in Senegal, Ghanase, Nigeria, Ägypten. Sie trainieren nicht nur Fußballer, sondern bieten auch Bildung, was für die soziale Entwicklung wichtig ist.
Außerdem arbeiten afrikanische Verbände aktiv mit der UEFA und der FIFA zusammen, erhalten Zuschüsse für den Bau von Stadien und die Entwicklung des jugendlichen Sports. Zum Beispiel wurden in Côte d'Ivoire mehrere neue Stadien für die Afrikameisterschaft 2023 gebaut. Das schafft Arbeitsplätze und hebt das Interesse am Sport innerhalb des Landes.
Viele afrikanische Sterne spielen heute in den Top-Clubs Europas. Das nicht nur erhöht ihr Niveau, sondern schafft auch «Rückkopplung». Spieler kehren in die Nationalmannschaften zurück mit Erfahrung aus der Champions League, bringen taktisches Wissen und Professionalität mit. Außerdem spielt die Diaspora eine große Rolle. Spieler, die in Europa geboren wurden, aber afrikanische Wurzeln haben, wählen immer häufiger die Nationalmannschaften ihrer historischen Heimat. Das bereichert die Mannschaften und erhöht den Wettbewerb.
Beispiele: Hakim Ziyech (geboren in den Niederlanden, spielt für Marokko), Kalidou Koulibaly (geboren in Frankreich, spielt für Senegal), André Onana (geboren in Kamerun, aber aufgewachsen in Spanien). Dieser Trend wird sich verstärken, die afrikanischen Nationalmannschaften noch technischer und taktisch flexibler machen.
Der Aufschwung beschränkt sich nicht auf den Männerfußball. Der Frauenfußball in Afrika wächst ebenfalls. Die Nationalmannschaften von Nigeria, Südafrika, Kamerun, Ghana sind bereits lange führend auf dem Kontinent, aber sie beginnen, auf globaler Ebene zu konkurrieren. Bei den Weltmeisterschaften gehen die Frauenmannschaften Afrikas immer häufiger aus der Gruppe und zeigen spektakulären Fußball. 2026 wurde die Frauenliga Champions League Afrika professioneller mit Sponsoren und Übertragungen. Das zieht Mädchen in den Sport und schafft eine neue Generation von Sternen.
Trotz des Fortschritts gibt es noch viele Probleme. Korruption in den Verbänden, fehlendes qualifiziertes Management, schlechte Plätze in ländlichen Gebieten, Mangel an Trainern hoher Qualität. Viele talentierte Kinder haben nie die Chance, weil sie keinen Zugang zu Scouts haben. Außerdem verkaufen afrikanische Clubs ihre besten Spieler oft in Europa für einen Bruchteil des Preises und erhalten keine fairen Entschädigungen.
Eine weitere Herausforderung ist der «Verlust von Geistern». Junge Trainer und Manager gehen in Europa, weil dort die Gehälter höher sind. Afrika muss Bedingungen schaffen, damit Profis bleiben und den lokalen Sport entwickeln. Aber trotz allem bewegt sich der Kontinent schneller voran als je zuvor.
Was erwartet Afrika in den nächsten 10-15 Jahren? Wahrscheinlich wird es der drittstärkste fußballerische Raum nach Europa und Südamerika werden. Die WM 2030 wird wahrscheinlich in Afrika stattfinden (vielleicht in Marokko oder Südafrika). Das wird einen starken Impuls für die Entwicklung der Infrastruktur geben. Bis dahin werden afrikanische Clubs wettbewerbsfähiger und die Nationalmannschaften werden in Halbfinalen und Finals mithalten können.
Afrika wird nicht mehr die «unerwartete Pferd». Es wird zu einem schrecklichen Gegner, den die Favoriten fürchten. Und das ist erst der Anfang.
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