Der «Weihnachtsstern», der im Evangelium nach Matthäus als Zeichen erwähnt wird und die Magier zum Geburtsort Jesu Christi geführt hat, ist einer der geheimnisvollsten und poetischsten Symbole des Festes. Aus astronomischer Sicht gibt es keine einheitliche, einmal festgelegte Stern mit diesem Namen. Allerdings wurden im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Himmelsphänomene für diese Rolle vorgeschlagen, und in der Volks- und Kulturtradition hat sich ein stabiles kollektives Bild entwickelt. Die Suche nach der «wirklichen» Weihnachtssterne ist eine interdisziplinäre Reise am Übergang von Theologie, Geschichte und Wissenschaft.
Der Evangelist Matthäus beschreibt ein Erscheinung, das mehrere entscheidende Merkmale aufweisen sollte:
Es wurde von den Weisen (Magiern aus dem Osten) als Zeichen der Geburt des «Königs der Judäa» wahrgenommen. Dies deutet auf seine Verbindung mit astrologischen und messianischen Erwartungen hin.
Es hatte eine zeitliche Dauer: Die Weisen sahen den Stern am Osten, machten sich auf den Weg, und dann «ging er ihnen voran, bis er schließlich an dem Ort angelangt war, wo das Kind lag». Diese Beschreibung impliziert Bewegung, was für un bewegliche (im menschlichen Zeitalter) Sterne unmöglich ist.
Es war ausreichend hell und außergewöhnlich, um Aufmerksamkeit zu erregen und als ein außergewöhnliches Ereignis gedeutet zu werden.
Diese Details veranlassen Wissenschaftler, nicht einen statischen Objekt zu suchen, sondern ein kinetisches astronomisches Ereignis, das am Himmel um die Wende der Ära sichtbar war (die allgemein akzeptierte Geburtsdatum Christi zwischen 7 und 4 v. Chr., das mit der Datierung des Todes von Herodes dem Großen zusammenhängt).
Forscher schlagen mehrere realistische Versionen im Sinne der antiken Astronomie und Astrologie vor.
1. Seltenes Planetenkonjunktion:
Dies ist die am häufigsten und überzeugendste Hypothese. Bei einer Konjunktion nähern sich zwei oder mehr Planeten am Himmel so nah, dass sie wie ein einziges helles Leuchten erscheinen.
Dreifaches Konjunktion von Jupiter und Saturn im Zeichen der Fische (7 v. Chr.): Der deutsche Astronom Johann Kepler berechnete, dass Jupiter (die königliche Planeten) und Saturn (der Planetenschutz der Judäa nach den damaligen Vorstellungen) dreimal in der Fische konjungierten (symbolisch verbunden mit Israel) im Jahr 7 v. Chr. Für die babylonischen oder persischen Magier-Astronomen könnte dieses Ereignis die Geburt eines großen Königs in der judäischen Provinz bedeuten. Dieses Konjunktion war wirklich sehr hell und konnte «bewegen» sein auf dem Himmel (Planeten haben ein retrogrades Bewegung), und dann «stehen bleiben» (eine ständige Stelle in ihrem sichtbaren Bewegung).
2. Helle neue oder Supernova Stern:
Das plötzliche Erscheinen auf dem Himmel einer sehr hellen, zuvor nicht sichtbaren Stern, die dann allmählich erlosch. Chinesische und koreanische Chroniken feststellen tatsächlich einen Ausbruch einer neuen Stern im Sternbild Adler im Frühling des Jahres 5 v. Chr., die über 70 Tage sichtbar war. Allerdings gibt es keine Erwähnungen dieses so hellen Ereignisses in römischen oder Nahostquellen, was diese Hypothese in Frage stellt.
3. Komet:
Ein klassischer kultureller Bild (z.B. auf der Fassadenmalerei von Giotto «Die Anbetung der Weisen»), wo der Stern einen offensichtlichen Schwanz hat). Der wahrscheinlichste Kandidat ist die Kometen Halley, die im Jahr 12 v. Chr. sichtbar war. Allerdings ist dieses Datum zu früh. Außerdem wurden Kometen in der antiken Tradition normalerweise als Vorboten von Katastrophen und des Todes der Herrscher angesehen, nicht der Geburt.
4. Heliakischer Aufstieg (erster morgendlicher Aufstieg) der Stern:
Der Astronom Michael Molnar hat eine Hypothese vorgeschlagen, die mit der Astrologie des ersten Jahrhunderts zusammenhängt. Er glaubt, dass die Weisen ein seltenes Ereignis als Zeichen interpretieren könnten: der Aufstieg von Jupiter (der Morgenstern) im Sternbild Widder bei seinem Mondfinsternis (17. April 6 v. Chr.). In der hellenistischen Astrologie deutete dies auf die Geburt eines göttlichen Königs in Judäa hin.
Unabhängig von astronomischen Erklärungen hat sich in der christlichen Kultur ein mächtiges ikonographisches und liturgisches Bild entwickelt.
In der Ikonographie: Der Weihnachtsstern wird in Form einer achtspitzigen Stern (Zeichen von Bethlehem) dargestellt, oft mit einem Strahl, der auf die Krippe des Kindes zeigt. Die acht Strahlen symbolisieren die Ewigkeit, den zukünftigen achten Tag der Schöpfung (das Reich Gottes). Manchmal wird sie in eine silberne (himmlische) und eine goldene (irdische) Teil geteilt.
In der Liturgie: In dem berühmten Troparen des Festes wird gesungen: «Dein Geburt, unser Gott Christus, hat der Welt das Licht der Weisheit erstrahlen…». Hier wird der Stern direkt mit dem Licht der göttlichen Wahrheit identifiziert, das den Welt erhellend.
In dem Folklore und Traditionen: Der Stern wurde zum obligatorischenAttribut der Spitze des Weihnachtsbaums (Symbol des Weihnachtssterns, der zu Christus führt) und zum Element der Krippen.
Heute sind die meisten Wissenschaftler und Theologen der Meinung, dass die Suche nach einer einzigen «richtigen» Stern wahrscheinlich nicht korrekt ist.
Astronomie bietet den wahrscheinlichsten Szenario — das große Konjunktion von Jupiter und Saturn. Dies ist ein seltenes, beeindruckendes Ereignis, das perfekt in den astrologischen Kontext der Ära passt und so von den Weisen interpretiert werden könnte, wie es beschrieben.
Theologie betont, dass der evangelische Text einen theologisch-symbolischen, nicht wissenschaftlich-reportagenhaften Charakter hat. «Der Stern» hier ist ein Zeichen des göttlichen Präsenz und der Offenbarung, das nicht vollständig durch natürliche Ursachen erklärt werden kann. Für die Gläubigen ist nicht ihre astronomische Identifizierung wichtig, sondern ihr Sinn: Licht, das zu Gott führt.
Interessantes Detail: Im Dezember 2020 beobachtete die Welt das «große Konjunktion» von Jupiter und Saturn, die sich auf das minimale in 400 Jahren Entfernung näherten, und bildeten auf dem Himmel eine helle «doppelte Stern». Viele Medien nannten sie sofort den «Weihnachtsstern» unserer Zeit, was die lebendige Kraft dieser alten Symbolik zeigte.
Somit wird der «Weihnachtsstern» am Himmel keine spezifische, ständig leuchtende Stern betrachtet. Dies:
Historisch-astronomische Hypothese, wo der überzeugendste Kandidat ist das seltene dreifache Konjunktion von Planeten Jupiter und Saturn im Jahr 7 v. Chr., beobachtet von den babylonischen Astronomen.
Theologischer Symbol, der ein wunderbares himmlisches Zeichen bedeutet, das für die Auserwählten gezeigt wurde und zum inkarnierten Gott führt.
Kultureller Archetyp, der in der Ikonographie, den Ritualen und dem volkstümlichen Bewusstsein als achtpunktierte Bethlehem-Pfadstern verankert ist.
Letztlich lebt der Weihnachtsstern nicht in den Katalogen der Astronomen, sondern am Übergang von Glauben, Wissen und dem menschlichen Streben nach Wundern. Er erinnert daran, dass in der präzisen wissenschaftlichen Erklärung immer noch Platz für Geheimnis bleiben kann, und in der tiefsten Geheimnis — ein Echo tatsächlicher Ereignisse aus der fernen Vergangenheit entdeckt werden kann.
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