Der Traum eines Schleckermichs ist ein Eis, das nicht fett macht. Dies war seit Jahrhunderten ein Oxymoron, wie "trockener Eis". Aber im 21. Jahrhundert haben Wissenschaft und Marketing das Unmögliche möglich gemacht. Eis ohne Kalorien (oder mit sehr niedriger Kalorienzahl) existiert. Die Frage ist: Was essen wir dabei? Und ist es nicht schädlicher als der normale Eiskern? Lassen Sie uns ohne Illusionen klären.
Traditionelles Eis enthält Zucker (Kalorien), Milchfett (Kalorien) sowie Milchprodukte. Um die Kalorienzahl zu senken, ersetzen die Hersteller Zucker durch intensive Süßstoffe (Erythrit, Stevia, Sucralose, Monk Fruit), und Fett durch wasserbasierte Gels, Maltodextrin oder fettarme Pflanzenöle. Aber Pflanzenöl ist auch Fett. Die Lösung: Sie fügen Nahrungsfaser (Inulin, Polidekstrin) hinzu, die ein Sättigungsgefühl vermitteln, aber nicht verdaut werden. Außerdem wird die Technologie "Überblasen" mit Luft angewendet: mehr Luft - weniger Masse und Kalorien pro Portion.
Auf dem Markt führt seit einigen Jahren der amerikanische Markenname "Halo Top" (etwa 280 kcal pro Pint - 473 ml, gegen 1000 im normalen Eiskern). Der europäische "Breyers Delights" (350 kcal/Pint). Russische Hersteller haben nachgezogen: "Философия" (180 kcal auf 100 g). Im Jahr 2026 sind Produkte mit dem Etikett "niedrigkalorisch" auf Stevia und Erythrit erschienen. Zutaten: Milch (fettarm), Protein (milchiges oder sojaartiges), präbiotische Fasern (Inulin aus Zichorie), Süßstoffe, Verdickungsmittel (Guarkernmehl, Tara), natürliche Aromen. Kaloriengehalt von 60 bis 120 kcal auf 100 g (gegen 200-250 im normalen). Es gibt auch "fast kalorienfreie" - etwa 20 kcal auf 100 g, aber sie ähneln mehr Sorbet (Eis).
Vorteile: Die Senkung der Kalorienzahl hilft bei Diäten, man fühlt sich nicht benachteiligt. Es gibt keine Zuckerspitzen (wenn natürliche Süßstoffe verwendet werden, die Insulin nicht erhöhen). Sie enthalten Inulin - nützlich für das Darmmikrobiom. Nachteile: Kunstliche Süßstoffe (Sucralose, Acesulfam K) können Blähungen verursachen, das Darmmikrobiom verändern und bei einigen Menschen den Appetit erhöhen. Der Geschmack ist oft schlechter als der normale Eiskern: süßlicher, metallischer Geschmack. Die Textur kann "kalkartig" oder zu luftig sein. Einige "kalorienfreie" Eiskerne enthalten Zuckeralkohole (Erythrit, Maltit), die in großen Mengen einen abführenden Effekt haben. Daher ist es nicht die beste Idee, eine ganze Schale auf einmal zu essen.
Das Problem des "niedrigkalorischen" Eises ist, dass es zu Überessen führt. Der Mensch denkt: "Es ist ja diätetisch, man kann die whole Packung essen." Und isst 600 kcal statt 400 normaler. Studien zeigen: Teilnehmer, denen "leichtes" Eis gegeben wurde, aßen es um 30% mehr nach Volumen als normales Eis und erhielten am Ende so viele Kalorien. Daher ist es besser, 50 g echten Eiskern zu essen, als 150 g "diätetisches".
Es ist tatsächlich möglich, es selbst zuzubereiten. Rezept: gefrorener Banan (er gibt eine cremige Textur) + Kakao-Pulver (ohne Zucker) + Mandelmilch + Erythrit oder Stevia. Mit dem Mixer zu einer glatten Masse vermengen. Einfrieren. Kaloriengehalt: etwa 100 kcal auf 100 g. Wenn Sie Proteinpulver (Kasein oder pflanzliches) hinzufügen, wird es ein "Fitness-Eis". Eine andere Möglichkeit: Kokosmilch einfrieren (fettig, aber kalorienreich) - nicht geeignet. Daher besser Banane.
Niedrigkalorische Eiskerne sind eine gute Wahl für Diabetiker (unter ärztlicher Kontrolle), wenn statt Zucker Stevia oder Erythrit verwendet werden. Für Menschen mit Laktoseintoleranz (pflanzliches Eis). Für Abnehmende als einmalige Belohnung, aber nicht tägliche Nahrung. Es sollte nicht übergangen werden, Schwangere (Süßungsmittel sind nicht untersucht). Kindern unter 3 Jahren sollte nicht gegeben werden (Erythrit kann Magen-Darm-Störungen verursachen, und Stevia kann auf Hormone einwirken).
In Laboratorien wird Eis mit thermogenen Substanzen entwickelt (Capsaicin aus Pfeffer, Extrakt aus grünem Tee), die angeblich den Organismus dazu bringen, mehr Energie für die Verdauung zu verbrauchen, als zu erhalten. Bislang ist das ein Mythos. Und auch 3D-Druck von Eis mit Aromen - fast kalorienfrei, aber das ist fast nur "aromatisierter Eis", nicht Eis. Aber der Fortschritt hält nicht an. Vielleicht werden wir in 10 Jahren vollwertiges cremiges Eis ohne Kalorien essen. Bis dahin - ein Kompromiss.
Kalorienfreies Eis ist Magie der Zahlen. Es kann Teil einer gesunden Ernährung sein, wenn es mit Bedacht konsumiert wird. Aber man sollte sich nicht täuschen lassen: Der Ersatz von Zucker durch Chemikalien ist keine Pille gegen alle Übel. Das wahre Vergnügen liegt in einer kleinen Portion echtem Eis, die in guter Gesellschaft gegessen wird. Und das diätetische Eis bleibt für die Tage, an denen man einfach nicht von Süßem lassen kann.
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