Brasilianischer Fußball ist nicht nur Taktik oder Schema. Es ist Kunst, Musik, Tanz und Magie. Wenn wir von «brasilianischem Stil» sprechen, stellen wir uns gelbe Trikots, Dribbling, Finten, Samba nach dem Tor vor. Brasilien ist das einzige Land, das an allen Weltmeisterschaften teilgenommen hat und fünfmal gewonnen hat. Aber das Hauptthema sind nicht die Trophäen. Das Hauptthema ist, wie sie spielen. Mit Freude, Improvisation, Spott über den Gegner. Dieser Stil wurde durch den Einfluss des Straßenfußballs, der Armut und der Musik geformt. Lassen Sie uns herausfinden, was sein Wesen ist.
Der brasilianische Stil wurde in den Favelas geboren, wo Kinder barfuß auf staubigen Plätzen spielten, mit Tüchern als Ball. Daher der fantastische Dribbling und Ballkontrolle. Freiheit, keine Trainer. In den 1930er Jahren übernahmen die Profis diese Art und fügte Taktik hinzu. Der erste Goldene Zeitraum war 1958: Pelé, Garincha, Didi. Der Sieg bei der WM in Schweden beeindruckte die Welt mit Dribbling und Finten. 1970 spielte die Mannschaft mit Pelé, Jairzinho, Rivelino, Tostão «an Berührung», faszinierend. Seitdem ist der brasilianische Stil das Vorbild.
Das Hauptmerkmal der Brasilianer ist die Fähigkeit, einen gegen einen zu überlisten. Finten: «Elastico» (Rivelino, dann Ronaldinho), «Chapa-de-Suya» (Umarmung mit Umsteigen), «Pedalada» (Imitation des Fahrradfahrers). Dribbling ist für sie nicht nur ein Weg, um den Verteidiger zu überwinden, sondern Selbstvergewisserung. Ein Brasilianer wird den Ball niemals ins Aus schlagen, wenn er umdrehen kann. Der Markenzeichen ist «Pausa» (paradinha), wenn der Spieler anhalten und warten lässt, bis der Gegner fällt.
Die Brasilianer spielen nicht nach Schema. Trainer können eine Schema zeichnen, aber auf dem Feld handeln die Spieler nach der Situation. Ein unerwarteter Pass mit dem Fuß, ein Schuss über sich selbst, ein Kopfball im Fall — all das ist brasilianisches Erbe. Berühmte Tore von Pelé im Jahr 1958 (Ball über den Kopf gepustet und geschossen), Ronaldinho im Jahr 2002 (Schuss aus dem Strafraum). Improvisation ist die Antwort auf den rationalen europäischen Fußball.
Einige Tricks wurden zur Visitenkarte. «Elastico» (oder «Tier») — scharfer Übergang des Balls von der Außenseite zur Innenseite des Fußes. «Römische Kerze» — Wurf des Balls über den Kopf des Spielers und des Gegners. «Rückwärts Pasta» — Pass mit dem Fuß zurück. Und Ronaldinho erfand den «Trick mit dem Wasserflaschen» (wird jetzt von allen kopiert). Diese Tricks sind nicht immer effektiv, aber sie machen das Spiel spektakulär.
Nach einem Tor laufen die Brasilianer nicht einfach in die Mitte des Spielfelds, sie tanzen. Samba, Furaçaó, Passe. Manchmal als ganze Mannschaft. Das ist keine Unachtung, sondern Freude am Leben. Bei der WM 2018 feierte Brasilien nach jedem Tor eine Choreografie, was die Europäer ärgerte. Aber das ist ihre Kultur. Als Antwort auf die Kritik sagen die Brasilianer: «Wir spielen für das Glück».
«Jogo Bonito» — «schöne Spiel» — ist die Philosophie. Selbst Verteidiger in Brasilien können mit dem Ball umgehen. Schöne Spiel ist wichtiger als das Ergebnis. Das hilft manchmal (denken Sie an die Niederlage gegen Deutschland 1:7 im Jahr 2014, als die Brasilianer zu sehr in die Offensive gingen). Aber ohne «jogo bonito» gäbe es keinen brasilianischen Fußball.
Heute sind die Brasilianer Neymar, Vinicius Junior, Rodrigo, Antony, Richarlison — sie setzen Traditionen fort. Neymar, despite the criticism for simulation, is virtuoso. Vinicius in Real zeigt Finten, würdig von Pelé. Antony dreht die «Wendeltreppe» (Fint 360 Grad). Allerdings binden die europäischen Clubs ihre Freiheit, indem sie Pragmatismus verlangen. Aber in der Nationalmannschaft lassen sie sich gehen.
Der brasilianische Stil wird beschuldigt, ineffizient gegen organisierte Abwehr zu sein. «Jogo Bonito» verliert oft gegen «catenaccio». In den 1990er Jahren spielte Brasilien mit Dunga mehr pragmatisch, aber die Fans waren wütend. 2026 versucht die Nationalmannschaft unter dem Trainer (nach Tite), einen Ausgleich zwischen Schönheit und Ergebnis zu finden. Bislang nicht immer erfolgreich.
Der brasilianische Stil hat alle beeinflusst. Die spanische «tics-taca» hat den kurzen Pass entlehnt, aber ohne Dribbling. Die Argentinier und Uruguayaner verwenden brasilianische Finten. Sogar die Engländer versuchen, das «Elastico» zu lernen. Brasilianische Trainer (Carlos Alberto Parreira, Luiz Felipe Scolari) haben weltweit gearbeitet, um das «jogo bonito» zu verbreiten. Ohne Brasilien wäre der Fußball langweilig, wie Schach.
Der brasilianische Fußballstil ist ein Hymnus des Lebens. Er lehrt, dass Sport Kunst sein kann, und nicht nur ein Kampf. Ja, manchmal verlieren die Brasilianer wegen ihrer Selbstbewusstsein. Aber wenn sie in ihre Stärke spielen, bleibt das Stadion im Staunen. Solange auf dem Feld ein Brasilianer ist, der das «Elastico» macht, stirbt der Fußball nicht.
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