Es geht um den Pilz Candida auris, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in die Liste der Pathogene aufgenommen hat, die eine kritische Bedrohung darstellen.
Hier ein detaillierter Überblick über die Situation, gestaltet als wissenschaftlich-populärer Artikel.
Das Konzept «Superpilz» bezieht sich auf den pathogenen Hefepilz Candida auris, der eine besorgniserregende Resistenz gegen die meisten bestehenden Antimykotika zeigt. Seit seiner ersten Beschreibung im Jahr 2009 (aus dem Ohrenschmalz eines Patienten in Japan extrahiert, woher der Name «auris» — Ohr stammt), hat sich dieser Mikroorganismus schnell weltweit verbreitet und sich zu einer der gefährlichsten nosokomialen Infektionen entwickelt. In Europa, mit ihrem dichten Bevölkerungsdichte und aktiven Migrationsströmen, werden Ausbrüche von C. auris immer häufiger registriert, was die Besorgnis von Epidemiologen und Praktikern weckt.
Einzigartige Gefährlichkeit und Resistenz des Pathogens
Die Hauptmerkmale von Candida auris, die ihn zum «Superpilz» machen, sind seine mehrfach resistente Eigenschaften. Viele Stämme zeigen Resistenz gegen drei der drei Hauptklassen von Antimykotika (Azolen, Echinokandinen und Polyenen), was die Behandlung der Infektion erheblich erschwert und manchmal unmöglich macht. Darüber hinaus ist der Pilz außergewöhnlich widerstandsfähig in der Umgebung. Im Gegensatz zu seinem bekannteren Verwandten Candida albicans kann C. auris lange auf Oberflächen in Krankenhauszimmern (Möbel, Ausrüstung, Wände) verbleiben, widersteht vielen Desinfektionsmitteln auf Basis von quarternären Ammoniumverbindungen und kann sowohl von Mensch zu Mensch als auch über kontaminierte Objekte übertragen werden.
Risikogruppen und klinisches Bild
Für einen gesunden Menschen mit intakter Immunfunktion stellt Candida auris im Allgemeinen keine erhebliche Bedrohung dar. Die Hauptgruppe der Risikopatienten sind schwer erkrankte Patienten in Krankenhäusern:
Patienten auf Intensivstationen und in der Notfallversorgung.
Menschen mit geschwächtem Immunsystem (nach Chemotherapie, Organtransplantation, mit HIV).
Patienten mit mehreren Kathetern oder auf künstlicher Beatmung.
Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes.
Der Pilz kann invasive Infektionen verursachen, einschließlich Candidämie (Blutvergiftung), Wundinfektionen und Otitis. Die Mortalität bei invasiven Infektionen, die durch C. auris verursacht werden, liegt nach verschiedenen Schätzungen zwischen 30% und 60%, jedoch ist wichtig zu beachten, dass diese Zahlen in hohem Maße mit der Schwere der primären Erkrankung der betroffenen Patienten zusammenhängen.
Gründe für das schnelle Ausbrechen in Europa
Die Ausbreitung des «Superpilzes» auf dem europäischen Kontinent ist durch mehrere miteinander verbundene Faktoren bedingt. Eine Schlüsselrolle spielen globale Reisen und Migration, die den unsymptomatischen Transport des Pathogens aus Regionen, wo er endemisch ist, fördern. Unzureichend effektive Methoden der Infektionskontrolle in einigen medizinischen Einrichtungen, insbesondere unter Überlastung, schaffen ideale Bedingungen für Ausbrüche. Außerdem fördert die breite und oft nicht gerechtfertigte Anwendung von Antimykotika in der Medizin und Landwirtschaft ein selektives Druck, das zur Überleben und Vermehrung genau dieser Stämme führt, die resistent sind.
Maßnahmen zur Bekämpfung und Strategien zur Eindämmung
Die Bekämpfung von Candida auris erfordert einen umfassenden Ansatz auf nationaler und internationaler Ebene. Die Strategie zur Eindämmung umfasst:
Stärkung des epidemiologischen Überwachung: Schnelle Erkennung und Isolierung infizierter oder kolonisierter Patienten.
Strikter Infektionskontrolle: Verwendung von Desinfektants mit nachgewiesener Wirksamkeit gegen C. auris (z.B. auf Basis von Chlor), gründliche Reinigung von Zimmern und Ausrüstung.
Screening von Patienten: Durchführung von Tests bei Patienten, die aus Risikogruppen oder Regionen mit registrierten Ausbrüchen kommen.
Entwicklung neuer Arzneimittel: Investitionen in Forschung und Entwicklung neuer Klassen von Antimykotika, gegen die der Pathogen noch keine Resistenz zeigt.
Somit stellt die Ausbreitung von Candida auris in Europa eine leise, aber äußerst gefährliche Epidemie dar, die die Gesundheitssysteme herausfordert. Der Erfolg in der Bekämpfung hängt von koordinierten Maßnahmen, angemessener Finanzierung und strenger Einhaltung der Protokolle zur Infektionsprävention ab, um Krankenhäuser nicht in Brennpunkte tödlicher Infektionen zu verwandeln.
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