Das ist eine sehr tiefgründige philosophische und wissenschaftliche Frage, über die Ethologen und Zoopsychologen bis heute streiten. Ein endgültiges Ergebnis gibt es nicht, aber moderne Studien erlauben es, sehr überzeugende Schlussfolgerungen zu ziehen.
Kurz gesagt: Hunde besitzen nicht das Gewissen im menschlichen Sinne – als komplexe Systeme moralischer Prinzipien, Schuldgefühle und Reue für abstrakte Vergehen. Allerdings haben sie ihren wichtigsten biologischen Grundstein – die „proto-Sucht“ oder den emotionalen Mechanismus, der es ihnen ermöglicht, zu verstehen, dass ihre Handlungen den Unmut des Besitzers verursachen.
Oft interpretieren wir das klassische Verhalten des Hundes als „Schuldgefühl“: gesenkter Kopf, angelegte Ohren, Schwanzwedeln „nach innen“, Abwenden des Blicks, Versuche zu verstecken oder umgekehrt beruhigendes lecken. Diesem Verhalten beobachten wir, wenn wir zum Beispiel den Hund dabei erwischen, etwas zu zerstören oder eine Pfütze auf dem Boden zu finden.
Allerdings zeigen Studien im Bereich der Kynologie, dass es sich nicht um ein Schuldgefühl für das begangene Vergehen handelt, sondern um eine Reaktion auf den Zorn und den Unmut des Besitzers, die der Hund vorhersehen kann.
Schlüssiger Experiment: Der Hund erhielt verbotene Lebensmittel und der Besitzer ging dann weg. Wenn er zurückkam, erhielt ein Teil der Hunde eine Kritik, unabhängig davon, ob sie gegessen hatten oder nicht. Es stellte sich heraus, dass die Hunde, die kritisiert wurden, ein „schuldiges“ Verhalten zeigten, auch wenn sie unschuldig waren. Ihre Reaktion hängt nicht vom eigentlichen Vergehen ab, sondern vom Verhalten des Besitzers in diesem Moment ab. Sie verstehen unseren Tonfall, die Haltung und das Gesichtsausdruck perfekt.
Obwohl Hunde wahrscheinlich nicht über Moral nachdenken, besitzen sie einen entwickelten emotionalen Intelligenz und Empathie.
Empathiefähigkeit: Hunde können „anstecken“ die Emotionen ihres Besitzers. Sie spüren unseren Stress, unsere Trauer und Freude. Dies wird durch Studien bestätigt, die zeigen, dass der Cortisolspiegel (Stresshormon) des Hundes mit dem Cortisolspiegel des Besitzers synchronisiert ist.
Verständnis der sozialen Normen der Herde: Hunde sind Rudeltiere und ihr Vorfahrer, der Wolf, überlebte aufgrund strenger Verhaltensregeln in der Herde. Für sie ist es entscheidend, soziale Beziehungen zu erhalten und das Vertreiben zu vermeiden. Der Unmut des Anführers (Besitzers) ist eine direkte Bedrohung ihres Wohlbefindens. Daher haben sie komplexe Mechanismen zur Versöhnung und Beruhigung entwickelt.
Fähigkeit zur Kooperation und Altruismus: Spiele zwischen Hunden, gemeinsame Jagd (bei Wölfen) und sogar Hilfe für den Menschen oder ein anderes Tier in Not zeugen von Anzeichen prosozialen Verhaltens – die Grundlage der Moral.
Wissenschaftler sind sich einig, dass Hunde emotionale und kognitive building blocks des Gewissens haben, aber nicht das Gewissen als abstraktes Konzept selbst.
Schuldgefühl? Nein. Dies ist eine Reaktion auf den Zorn des Besitzers.
Fähigkeit, „Richtiges“ von „Falsches“ zu unterscheiden? Ja, aber nur im Kontext der Erziehung und der sozialen Regeln, die der Besitzer festgelegt hat. Sie verstehen, dass bestimmte Handlungen (z.B. Schuhe beißen) negative Konsequenzen haben.
Empathie und Streben nach sozialer Harmonie? Ohne Zweifel ja. Dies ist die Grundlage ihres Verhaltens.
Zusammenfassung: Hunde sind hoch soziale und emotional empfindsame Wesen. Sie leiden nicht unter Schuldgefühlen, weil sie gelogen oder unmoralisch gehandelt haben. Aber sie leiden sehr unter Konflikten in der Beziehung zum Besitzer und tun alles, um ihn wiederherzustellen. Diese tiefe emotionale Verbindung, Empathie und das Streben nach dem „guten Mitglied der Herde“ – das ist die eigentliche, wenn auch vereinfachte, aber aufrichtige „Hundische Sucht“, die wir so schätzen.
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