Ein moderner botanischer Garten ist mehr als nur eine Sammlung von Pflanzen. Es ist eine komplexe Synthese von Wissenschaft, Kunst, Architektur und Landschaftsgestaltung, ein Gesamtkunstwerk (Totalkunstwerk) unter freiem Himmel. Sie dienen als Zentren zur Erhaltung der Biodiversität, als wissenschaftliche Labore, als Bildungscentren und gleichzeitig als Räume außergewöhnlicher Ästhetik, wo die Designidee das Perfection der natürlichen Formen betont. Betrachten wir Gärten, die die Grenzen des traditionellen Gärtnerns überwunden haben.
Supertree Grove: 18 künstliche Stahlstrukturen mit einer Höhe von 25 bis 50 Metern, die mit Epiphyten (Orchideen, Bromelien, Farne) überzogen sind. Dies sind nicht nur Kunstobjekte: Sie sind mit photoelektrischen Elementen ausgestattet, um Solarenergie zu sammeln, dienen als Luftkanäle für Gewächshäuser und sammeln Regenwasser.
Gewächshäuser: Flower Dome und Cloud Forest: Klima-gesteuerte Räume, die Ökosysteme kühler trockener und feuchter tropischer Bergregionen nachstellen. Im Cloud Forest befindet sich ein 35 Meter hoher Berg mit dem höchsten Innenwasserfall der Welt, bedeckt mit einzigartiger Bergflora.
Wissenschaftlicher Aspekt: Das Projekt löst das Problem der Schaffung einer komfortablen Umgebung in tropischen Metropolen, indem es die Prinzipien der vertikalen Begrünung und energieeffiziente Technologien verwendet.
Dieses private Anwesen, das in einen öffentlichen Garten umgewandelt wurde, besteht aus einer tief durchdachten Abfolge von landschaftlichen "Zimmern", jede von denen ein bestimmtes emotionales und meditatives Zustand hervorruft.
Prinzip des Kontrasts: Der Besucher geht nacheinander durch einen düsteren Fichtenwald, einen sonnigen Birkenplatz, einen geometrischen französischen Garten, einen japanischen Garten mit Teehaus, einen Moosschatten und schließlich zum glatten See.
Moss Garden: Ein der berühmtesten Objekte, wo Moos alle bedeckt — Steine, Erde, Baumstämme. Dies ist ein Ort voller Stille und Weichheit, der die Schönheit des Minimalismus und der Textur zeigt.
Wissenschaftlicher Aspekt: Der Garten ist ein Beispiel für Landschaftstherapie (heilende Gärten). Sein Schöpfer, Preston Bloedel, glaubte, dass bestimmte Arten von Landschaften eine heilende Kraft für die Psyche haben, Stress zu nehmen und die Verbindung mit der Natur zu wiederherstellen.
Der sich auf den östlichen Hängen des Tafelbergs befindende und in das UNESCO-Weltkulturerbe "Cap Floral Kingdom" eingetragene Kirstenbosch ist der erste botanische Garten der Welt, der sich ausschließlich der einheimischen Flora widmet.
Einzigartige Sammlung: Hier werden über 7000 Arten der Kapflora präsentiert, von denen 70% Endemiken sind (wird sonst nirgendwo in der Welt gefunden). Besondere Aufmerksamkeit verdienen Proteas, Ericas und "silberne Bäume" (Leucadendron argenteum).
Boomslang (Himmelstrasse): Eine 130 Meter lange, serpentinartige Holzsteigbrücke, die auf einer Höhe von bis zu 12 Metern über dem Waldunterholz schwebt. Sie ermöglicht es, die Ökosystem des Waldes aus der Vogelperspektive zu studieren, ohne es zu stören.
Wissenschaftlicher Aspekt: Der Garten ist ein wichtiger Zentrum für die Erhaltung und das Studium der Flora, die durch Urbanisierung und invasive Arten gefährdet ist. Er ist ein lebender Genbank eines der reichsten, aber auch am meisten gefährdeten Flora-Regionen der Erde.
Prinzip des Xeriscapes: Die Demonstration eines Landschaftsgartens, der keine intensive Bewässerung erfordert. Die Sammlung umfasst über 50.000 Pflanzen, hauptsächlich Kakteen, Agaven und Sukkulenten aus allen Wüsten der Welt.
Skulpturalität der Pflanzen: Riesige Saguaro (Carnegiea gigantea), seltsame Ferocacti, "haarige" Kaktus der Alterscefalozereus erinnern an moderne Kunstinstallationen. Der Garten spielt dies geschickt aus, indem er die Pflanzen so anordnet, dass ihre architektonischen Qualitäten im Hintergrund der Berge und des Sonnenuntergangs betont werden.
Wissenschaftlicher Aspekt: Der Garten untersucht und propagiert aktiv die nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen in ariden Klimazonen, zeigt, dass die Wasserersparnis nicht bedeutet, auf Schönheit zu verzichten.
Gartenzonen-Mirage: Französischer Garten mit gestutzten Elefanten- und Dinosaurierfiguren; Bonsai-Garten; "Spiegelbild" eines Labyrinths aus lebenden Hecken; Garten mit Kakteen und Sukkulenten, der an einen alien Landschaft erinnert.
Fantastisches Topiarius: Die Pflanzen werden hier nicht nur in geometrische Formen, sondern auch in Form von Tieren, Pagoden, sogar Autos gestutzt, was den Effekt eines lebendigen Märchens oder Traums schafft.
Wissenschaftlicher Aspekt: Der Park ist auch ein wichtiger Zentrum für die Erhaltung und das Studium von Palmen und Zikaden — den ältesten Pflanzen der Erde. Seine wissenschaftliche Sammlung umfasst Hunderte von Arten.
Interessantes Detail: In den Royal Botanic Gardens Kew (London) wird die Nationale Sammlung von Laubbäumen Großbritanniens aufbewahrt. Aber der älteste Bewohner von Kew ist nicht ein Baum, sondern ein Wasserpflanze — Victoria amazonica. Ihre Blätter erreichen einen Durchmesser von 3 Metern und können das Gewicht eines kleinen Kindes tragen. Jedes Jahr wird ein neues Pflanze aus dem Knollen geerntet, um die Tradition fortzusetzen, die 1849 begonnen wurde.
Diese ungewöhnlichen botanischen Gärten zeigen, wie sich die Mission solcher Einrichtungen im 21. Jahrhundert verändert. Sie werden nicht mehr als einfache "Museen unter freiem Himmel" betrachtet, sondern als Zentren für Innovationen, wo globale Aufgaben gelöst werden: von der Erhaltung der Biodiversität und dem Kampf gegen den Klimawandel bis zur Erforschung des Einflusses der Natur auf die psychische Gesundheit des Menschen. Ihre Schönheit ist nicht zufällig, sondern ein direktes Ergebnis eines tiefen wissenschaftlichen Verständnisses und eines kreativen Verständnisses der Pflanzenwelt. Sie erinnern daran, dass eine Pflanze nicht nur eine Dekoration ist, sondern die Grundlage für das Leben auf der Erde, die eine höchste Beachtung und höchste künstlerische Verkörperung verdient.
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