Die Epiphanias (griech. Ἐπιφάνεια — «Erscheinung», «Erscheinung Gottes»), oder in der westlichen Tradition — Epiphanias, ist einer der ältesten christlichen Feste, dessen Geschichte und moderne Praxis eine komplexe theologische Entwicklung offenbaren. Ursprünglich ein einheitlicher Festtag der Inkarnation Gottes, wurde er im Verlauf der liturgischen Entwicklung in mehrere bedeutungsvolle Akzente aufgeteilt, von denen der Hauptakzent im westlichen Christentum die Anbetung der Weisen aus dem Morgenland und im östlichen Christentum die Taufe Christi (Epiphanias) war. Eine Analyse seiner Entstehung ermöglicht es, zu verfolgen, wie die frühe Kirche die göttliche Natur Christi in der Polemik mit den Häresien verstand und bestätigte.
Historische Zeugnisse deuten darauf hin, dass die östlichen christlichen Gemeinden (insbesondere in Ägypten und Kleinasien) im 2. und 3. Jahrhundert einen einheitlichen Festtag am 6. Januar feierten, der mehrere Schlüsselereignisse umfasste, in denen sie der Meinung waren, dass die göttliche Natur Christi offenbart wurde:
Die Geburt (Inkarnation).
Die Anbetung der Weisen aus dem Morgenland (Offenbarung dem heidnischen Welt).
Die Taufe im Jordan (Offenbarung als Sohn Gottes, Stimme aus dem Himmel).
Das Wunder in Kana Galiläa (Offenbarung der Kraft).
Interessanter Fakt: Das älteste direkte Erwähnung der Feier des 6. Januar bezieht sich auf die gnostische Sekte der Vassiliden (2. Jahrhundert), was orthodoxen Theologen zur klareren dogmatischen Entwicklung des Festes im Gegensatz zu den häretischen Deutungen veranlasste.
Auf dem Westen jedoch, in der römischen Kirche, setzte sich bereits Mitte des 4. Jahrhunderts unter dem Einfluss, wahrscheinlich des Wunsches, den heidnischen Festtag Natalis Solis Invicti («Geburt des Unbesiegten Sonnenscheins») christlich zu machen, der 25. Dezember als Tag der Geburt Jesu fest. Dies führte zur Aufteilung der Bedeutungen: Der 25. Dezember wurde zum Fest des historischen Geburts Christi in Fleisch und Blut, der 6. Januar zum geistlichen «Erscheinen» der Welt, betonend die Taufe und die Anbetung der Weisen. Diese Aufteilung wurde endgültig im 4. Jahrhundert verankert.
Im Orthodoxen Christentum wurde die Epiphanias zu einem Synonym für die Taufe Christi. Der theologische Akzent liegt hier auf der Offenbarung der gesamten Heiligen Dreifaltigkeit: Der Sohn taucht sich selbst, der Geist fällt in Gestalt eines Taubens nieder, der Vater bezeugt mit Stimme. Dieses Ereignis wird als:
Heiligung des wasserhaften Wesens und weiterer, des gesamten geschaffenen Welt.
Prophet des christlichen Sakraments der Taufe.
Offenbarung des Messias Israel und der Anfang seines öffentlichen Dienstes.
Der zentrale Brauch des Festes ist die Große Wasserheiligung (agiasma). Der Ritus, der das dreifaches Tauchen des Kreuzes und das Lesen besonderer Gebete umfasst, entwickelte sich im 5. bis 6. Jahrhundert. Interessanter Fakt: Wissenschaftliche Analysen haben gezeigt, dass das Taufwasser, das aus einem einzigen Quell genommen wird, tatsächlich eine erhöhte Stabilität und Biophotonaktivität zeigt, was die Gläubigen als Wunder deuten, während die Wissenschaftler es mit der Änderung ihrer Struktur bei niedrigen Temperaturen und einem starken psychoemotionalen Lade des Ritus in Verbindung bringen.
Im Katholizismus und Protestantismus dominiert der Stoff über die Anbetung der Weisen aus dem Morgenland, wie er im Evangelium nach Matthäus erzählt wird. Im Mittelalter wurde diese Geschichte mit Details angereichert:
Die Weisen wurden zu Königen (Psalm 71:10-11: «Könige… werden Ihm huldigen»).
Die Anzahl stabilisierte sich auf drei (nach den Geschenken: Gold — dem König, Weihrauch — Gott, Myrrhe — dem Sterblichen).
Es tauchten Namen auf: Kaspar (Gaspard), Melchior, Balthasar, die drei Zeitalter und drei Teile der Welt (Europa, Asien, Afrika) symbolisieren.
Die Stern wurde als ein wunderbares astronomisches Phänomen interpretiert. Moderne Hypothesen gehen davon aus, dass die Verbindung von Jupiter und Saturn im Sternbild der Fische (7 v. Chr.) oder das Auftreten der Kometen Halley (12 v. Chr.) stattfand.
Dieser Stoff brachte eine reiche kulturelle Tradition hervor: von Meisterwerken der Malerei (Giotto, Botticelli) bis zu Volkstraditionen — «Sternsingen» (Sternsingen) in Deutschland und Österreich, wo Kinder, die als Weisen verkleidet sind, mit geheimnisvollen Kreidezeichen auf den Türen der Häuser das Zeichen «C+M+B» (lat. Christus mansionem benedicat — «Da möge Christus dieses Haus segnen» oder die Initialen der Weisen) schreiben.
Heute existiert das Fest in vielfältigen Formen:
Orthodoxie: Behält den strengen liturgischen Fokus auf der Taufe bei. Die Taufe im Jordan (Proben) wurden zu einem massiven, wenn auch nicht obligatorischen, volkstümlichen Brauch, der Reinigung und die Teilnahme am Wunder symbolisiert.
Katholizismus: In Spanien und Lateinamerika ist der 6. Januar der Tag der Drei Könige (Día de los Reyes Magos) — der wichtigste Tag der Geschenkgabe an Kinder, der mit dem Weihnachten konkurriert. Es finden farbenfrohe Paraden (Kavalkaden) statt.
Globaler Kontext: In der säkularen Kultur haben die Bilder der Weisen aus dem Morgenland sich in die Weihnachtsatriebutik integriert (Krippe, Karten). Der 6. Januar markiert das Ende des Weihnachtszyklus («zwölfte Nacht»).
Das wissenschaftliche und interkonfessionelle Studium der Epiphanias fördert den Dialog. Der historisch-kritische Ansatz untersucht die Ursprünge des evangelischen Erzählens, während das liturgische Theologie die Tiefe seiner Symbolik enthüllt. Das Fest bleibt ein lebendiges Beispiel dafür, wie ein altes christliches Fest, sich an verschiedene kulturelle Codes anpassend, die zentrale Idee weiterträgt: die Offenbarung des Göttlichen in die Welt und der Aufruf zur Erleuchtung aller Völker, sei es durch die Wasser des Jordan oder die Geschenke der östlichen Weisen. Seine Gegenwart liegt in der ständigen Neubewertung dieser Idee in den Bedingungen des säkularen Welt und des interreligiösen Interakions.
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