Die Ereignisse der Geburt Christi, wie in den kanonischen Evangelien beschrieben, enthalten eine der zentralen biblischen Themen - das Thema der Vergeltung oder des gerechten Lohns. Im Kontext des Weihnachtsnarrativs wird dieses Thema nicht durch direkte Strafe, sondern durch eine tiefe symbolische Inversion offengelegt, bei der die irdischen Vorstellungen von Macht und Ruhm neu bewertet werden.
Ein interessanter Fakt: Die Weisen (Magier) aus dem Osten, die gekommen sind, um dem Knaben zu huldigen, verkörpern die heidnische Welt, die nach der Wahrheit sucht. Ihre Gaben - Gold (Königtum), Weihrauch (Götterlichkeit) und Myrrhe (Opferung) - sind nicht nur eine Ehre, sondern ein prophetisches Bekenntnis zur wahren Natur Christi. Dies ist eine Vergeltung der Ehre dem Würdigen. Im Gegensatz dazu sieht König Herodes, als er von der Geburt des „Königs der Judäa“ erfährt, in ihm nur eine politische Bedrohung. Sein Entschluss, die Kinder in Bethlehem zu töten, ist ein Versuch, seine Macht durch rohe Gewalt zu sichern. Allerdings wird dies im Rahmen der theologischen Logik des Evangelientextes zu einem Akt, der das messianische Würdigkeit Christi durch die Erfüllung des Prophezeiung Jeremias (Mt. 2:18) bestätigt. Die Vergeltung für Herodes kommt nicht sofort, aber seine Familie (Herodianer) verliert später ihre Macht, und sein Name wird zu einem allgemeinen Symbol der Grausamkeit.
Der Mord an den Kindern in Bethlehem ist einer der tragischsten Momente der Weihnachtsgeschichte. Aus der Perspektive des Themas der Vergeltung erhalten diese unschuldigen Kinder, die von der Kirche als erste Märtyrer für Christus verehrt werden, die höchste Auszeichnung - den Heiligenschein. Ihr Tod, verursacht durch den Schrecken des irdischen Königs vor dem wahren König, betont den radikalen Wertewechsel: Die Macht dieser Welt wird vor dem göttlichen Plan ohnmächtig. Historiker bemerken, dass das Bevölkerungszahl von Bethlehem im 1. Jahrhundert klein war, die Anzahl der getöteten Kinder könnte gering gewesen sein (vielleicht 10-20 Kinder), aber der theologische Sinn des Ereignisses wird dadurch nicht reduziert - es wird zum Bild der Verfolgung von Unschuldigen für die Wahrheit.
Die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten und die spätere Rückkehr sind ebenfalls von der Thematik der Vergeltung durchdrungen. Ägypten, in der biblischen Tradition ein Land der Sklaverei, wird zum Unterschlupf für den Retter. Dies symbolisiert die Umkehr der Geschichte: Der, der das Volk aus dem neuen geistigen Sklaventum führt, findet selbst vorläufigen Unterschlupf in einem Land der ehemaligen Versklavung. Das Prophezeiung „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen“ (Mt. 2:15; Hes. 11:1) betont, dass das Leben Christi von Anfang an die Erfüllung und Neubewertung der Geschichte Israels ist. Die Vergeltung hier ist die Wiederherstellung des wahren Sinns vergangener Ereignisse.
Die selbständige Geburtsumgebung - die Höhle, die Krippe, das Fehlen eines Platzes in der Herberge - ist eine Form der Vergeltung für die Welt, die von Hektik und weltlicher Herrlichkeit erfasst ist. Gott ist nicht im Palast, sondern in einem Ort, der die absolute Einfachheit und Verachtung symbolisiert. Dies ist die göttliche Antwort auf die menschlichen Erwartungen eines mächtigen Messias. Bescheidenheit wird zur Kraft, und das Unsichtbare der Herrlichkeit ist realer als das irdische Pracht.
So zeigt sich das Thema der Vergeltung in den Weihnachtsgeschichten nicht als direkte strafende Vergeltung, sondern als tief ironisch und gerecht wiederhergestellter Ordnung. Die Hochmut (Herodes) enthüllt seine Ohnmacht, die Heiden (die Weisen) werden Boten der Wahrheit, die unschuldigen Opfer (die Kinder) erhalten ewige Herrlichkeit, und das Herablassung (die Höhle) wird zum Zeichen des höchsten Werts. Weihnachten stellt eine andere Wertesystem ein, bei dem die Vergeltung darin besteht, dass Wahrheit, Bescheidenheit und Opfer letztlich die Geschichte bestimmen, und nicht die irdische Macht und Stärke. Dies legt den Grundstein für die gesamte nachfolgende christliche Ethik, bei der die Letzten die Ersten werden, und die Armen im Geiste werden selig sein.
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