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Geistertag — ein Fest, das oft im Schatten der Dreifaltigkeit bleibt. Aber das ist schade. Er ist gewidmet dem Heiligen Geist — dem dritten Glied der Dreifaltigkeit. In der Geschichte des Christentums trat dieser Tag später als die Dreifaltigkeit auf, wurde aber zu einer wichtigen Etappe. Wir erzählen, wie der Geistertag sich zu einem eigenen Fest entwickelte, was sich im Laufe der Jahrhunderte verändert hat und warum er heute wichtig ist.

Frühes Christentum

In den ersten Jahrhunderten trennten die Christen den Geistertag nicht ab. Die Dreifaltigkeit (Pentekoste) wurde als ein einheitlicher Festtag des Herabkommens des Heiligen Geistes gefeiert. An diesem Tag wurde sowohl die Dreifaltigkeit als auch der Heilige Geist gepriesen. Es gab keine Trennung. Aber mit der Entwicklung der Theologie entstand die Notwendigkeit, die Rolle des Heiligen Geistes hervorzuheben. Schließlich heißt es im Glaubensbekenntnis: «Ich glaube an den Heiligen Geist, den lebendigen Gott». Aber es gab keinen eigenen Festtag.

Im 4. Jahrhundert nach den Streitigkeiten über die Dreifaltigkeit (Arianer) stärkte die Kirche das Glaubensbekenntnis. Und es entstand die Tradition, am Tag nach der Dreifaltigkeit den Heiligen Geist gemeinsam zu feiern.

VI Jahrhundert: Festsetzung des Festes

Unter Kaiser Justinian I. (6. Jahrhundert) wurde in der byzantinischen Kaiserreich der Geistertag auf den Tag nach der Dreifaltigkeit festgelegt. Dies wurde rechtlich verankert. Gleichzeitig entstanden besondere Gebete und Gesänge für diesen Tag. Theologen erklärten: Die Dreifaltigkeit ist eine Erinnerung an das Ereignis (das Herabkommen des Geistes). Der Geistertag ist die Verherrlichung der Person (des Heiligen Geistes).

Die Trennung half, Verwirrung bei den Gläubigen zu vermeiden.

Mittelalter

In der westlichen Kirche war der Geistertag (Montag nach der Dreifaltigkeit) nicht obligatorisch. Manchmal wurde er gefeiert, manchmal nicht. In der östlichen Kirche (Orthodoxie) wurde der Festtag verankert. In Russland galt er als «Fortsetzung der Dreifaltigkeit». Die Kirchen wurden mit Birken geschmückt, die Liturgie wurde gefeiert. Bei den Menschen wurde der Geistertag «Erdennamestage» genannt — die Erde durfte nicht belastet werden (pflügen, graben). Man glaubte, dass sie mit dem Ertrag schwanger war.

Dies ist ein Überbleibsel des Heidentums, das Jahrhunderte lang erhalten blieb.

Reformation und Neuzeit

Die Protestanten lehnten die Verehrung der Heiligen ab, aber die Dreifaltigkeit und den Geistertag behielten sie bei? In der lutherischen Kirche ist der Geistertag (Pfingstmontag) ein offizieller freier Tag in Deutschland und der Schweiz. In England (Anglikanismus) wurde Whit Monday bis 1971 gefeiert, dann wurde er durch den Spring Bank Holiday ersetzt. Nach der Revolution wurden die Feste in Russland verboten, die Tradition wurde unterbrochen. Sie wurde in den 1990er Jahren wiederbelebt.

In Russland ist der Geistertag heute kein freier Tag, aber viele Gläubige versuchen, die Kirche zu besuchen.

Heute der Geistertag

In der Orthodoxie wird er als großes Fest betrachtet (nicht als zwölfter, aber als großes). Die Kleidung der Priester ist grün. Die Messe «Herr der Himmel» wird gelesen. Bei den Menschen besteht bis heute die Tradition, auf der Erde nicht zu arbeiten (insbesondere in ländlichen Gebieten). In einigen Regionen wird der Brauch des «Kumelns» durchgeführt (Mädchen küssen sich durch einen Birkenkranz).

Wichtig: Der Geistertag ist nicht der «Zweitsort» der Dreifaltigkeit. Es ist ein selbstständiges Fest. Der Heilige Geist ist keine abstrakte Kraft, sondern eine Person. Er ist der Trost, der Leiter, der Leben erweckende. An Tag des Heiligen Geistes bitten die Gläubigen um Weisheit, Keuschheit, Liebe. Sie erinnern sich daran, dass Gott in jedem Atemzug nahe ist.


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