Der Symbol des «Weihnachtssterns» im botanischen Bereich hat mehrere Erscheinungsformen, jede von denen mit Legenden, natürlichen Zyklen und kultureller Anpassung verbunden ist. Die Hauptkandidaten für diesen Titel sind zwei Pflanzen: Poinsettia (Euphorbia pulcherrima) und Hippeastrum (Amaryllis). Ihre Geschichten offenbaren, wie die Natur und die menschliche Kultur gemeinsam festliche Symbolik schaffen.
Diese Pflanze ist der weltweit bekannteste «Weihnachtsblume». Ihre roten, rosa oder cremefarbenen Blattspreiten, die um die unscheinbaren gelben Blütenstände gruppiert sind, bilden eine Form, die an eine Sternenkonstellation erinnert.
Legende vom Wunder: Die mexikanische Legende besagt, dass die arme Mädchen Pepita, die keinen Geschenk für das Kind Jesus hatte, auf den Rat eines Engels einen bescheidenen Strauß von Strauchblumen sammelte. Als sie ihn vor den Altar legte, verwandelten sich die Wildkräuter in wundersame, feuerrote «Nachtweihnachtsblumen» (Flores de Nochebuena). Ihre Form erinnerte an den Stern von Bethlehem.
Wissenschaftlicher Fakt: Was wir für eine Blume halten, sind tatsächlich veränderte Blätter (Blattspreiten). Sie ändern ihre Farbe (dies ist eine photoperiodische Reaktion) während der kurzen Tageslänge, was in Mexiko genau mit der Weihnachtszeit zusammenfällt. Die echten Blüten sind kleine gelbe Cacyliden in der Mitte.
Pfad zur weltweiten Berühmtheit: In den 1820er Jahren sandte der erste US-Botschafter in Mexiko, Joel Robert Poinsett (nach dem die Pflanze benannt wurde), als Amateurbotaniker Proben an die Gewächshäuser der USA. Der kommerzielle Erfolg der Poinsettia ist dem Familienunternehmen Eckes (Kalifornien) zu verdanken, die im 20. Jahrhundert anpassungsfähige Sorten züchteten und eine umfassende Marketingkampagne starteten, die das Pflanze mit Weihnachten fest verband. Interessanterweise wird der 12. Dezember in den USA als Nationaler Poinsettia-Tag gefeiert, der dem Tod Poinsetts gewidmet ist.
Diese liliengewächsige Pflanze mit großen trompetenförmigen Blüten auf einem hohen Spindelstielen wird auch mit Weihnachten in Europa in Verbindung gebracht. Sein zweites, kommerzielles Name ist «Amaryllis» (obwohl botanisch Amaryllis ein anderer Gattung ist).
Symbolik der Form: Seine Blüte mit spitzen Blütenblättern und einem langen Stiel erinnert an eine Leitstern auf einem Baum. Wenn sie im Winter blüht, symbolisiert sie Hoffnung und Licht in der Kälte.
Historischer Kontext: Die Knollen des Hippeastrum wurden im 16. Jahrhundert aus Südamerika nach Europa importiert. Ihre Fähigkeit, im Haus während der dunkelsten Jahreszeit zu blühen (bei richtiger Züchtung), machte sie zu einem beliebten Winterdekor. Bis ins 19. Jahrhundert war es in Großbritannien und den Niederlanden Tradition, eine Knolle des Hippeastrum zu Weihnachten zu schenken, die sich zum Fest öffnete und das Wunder und die Feier des Lebens symbolisierte.
Fakt über Züchtung: Moderne Sorten mit großen Blüten sind das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit von niederländischen und britischen Züchtern. Die Knolle kann für Jahrzehnte blühen und wird als lebendes Erbstück von Generation zu Generation weitergegeben, was ihre symbolische Verbindung zu ewigen Werten und Traditionen verstärkt.
Weiße Efeublätter (Viscum album): Obwohl es keine Blume, sondern eine halbparasitische Pflanze ist, werden ihre weißen Beeren, die in Form eines Balls gebildet werden, in keltischen und skandinavischen Traditionen als heilig angesehen. Der Ritual des Küssens unter dem Efeu (der in Großbritannien und den USA weit verbreitet ist) hat im Kontext von Weihnachten die Bedeutung eines Gesten des Versöhnens, Friedens und Liebe gewonnen, was mit den Weihnachtsidealen übereinstimmt.
Wintersterne (Schlumbergera): Ursprünglich aus den brasilianischen Wolkenwäldern, blüht er im Südpolarmeer im Sommer, aber im Norden genau zur Winterzeit. Seine hangenden, segmentierten Stängel mit leuchtenden Blüten sind ein Symbol für Gemütlichkeit und Wärme in der Kälte.
Blätter von Weihnachtsbeeren (Eibenblätter): Seine dunkelgrünen, glänzenden Blätter mit roten Beeren erinnern an den Dornenkrug und die Tränen des Retters. In der christlichen Symbolik ist er das Symbol der Leiden Christi und des ewigen Lebens (aufgrund der immergrünen Blätter). Seine scharfen Blätter sind das Symbol des Dornenkrugs, und die Beeren die Blut des Retters.
Massenproduktion und Verfügbarkeit: Sie ist einfacher und billiger in industriellen Mengen zu züchten.
Langlebige dekorative Form: Die Blattspreiten behalten ihre Farbe mehrere Monate bei, während der Hippeastrum innerhalb von 1-3 Wochen verwelkt.
Erfolgreicher Marketing, der einen regionalen mexikanischen Symbol in ein Element der globalen Pop-Kultur verwandelte.
Die Wahl des «Weihnachtsblumen» ist auch eine Geschichte über Globalisierung und Ökologie.
In Australien und Neuseeland, wo Weihnachten ein sommerlicher Fest ist, ist das neuseeländische Weihnachtsbaum Poahtukawa (Metrosideros excelsa), das im Dezember mit flauschigen Mauve-Blüten bedeckt ist, oft das Symbol.
Ökologisches Problem: Millionen von Poinsettien, die nach den Feiertagen verkauft und entsorgt werden, verursachen Müllprobleme. Bewusste Verbraucher lernen nun, das Pflanze bis zum nächsten Jahr zu bewahren oder Alternativen in Töpfen auszuwählen.
Der «Weihnachtsstern» in der Welt der Flora ist nicht eine Pflanze, sondern ein kollektives Bild, gesponnen aus verschiedenen kulturellen Codes. Poinsettia und Hippeastrum sind seine Hauptverkörperungen, jede mit ihrer eigenen Geschichte: Das erste – aufgrund einer Volkserzählung und kommerziellen Genies, das zweite – aufgrund einer jahrhundertealten Gärtnertradition. Was sie verbindet, ist das Hauptthema: Die Fähigkeit, in der dunkelsten Zeit des Jahres zu blühen, in sich tragend den Symbol des Hoffnung, Wunder und Lichts, der, gemäß dem Evangelium, die Magier zu dem Ort der Geburt Christi führte. Diese Pflanzen sind ein hervorragendes Beispiel dafür, wie die Natur durch ihre Form und Zyklen den Menschen dazu inspiriert, tiefgreifende, generationenübergreifende Symbole zu schaffen. Durch die Wahl eines «Weihnachtssterns» im Topf nehmen wir an einer alten Tradition teil, das Leben durch die Schönheit der Natur zu feiern.
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